Benninghoff: „Falsches Versprechen“ bei Schule

Voerde..  Die jüngste Debatte über die Neugründung der Voerder Gesamtschule, mit der zugleich die Auflösung der Realschule einher geht, zeigt nach Ansicht von Bernhard Benninghoff (FDP) „schon heute eindeutig den Misserfolg dieser Entscheidung“. Äußerungen der Bürgermeister Dirk Haarmann (Voerde) und Hermann Hansen (Hünxe) im NRZ-Interview über Absprachen bezüglich einer Zügigkeitsbegrenzung an der neuen Voerder Gesamtschule hätten bei Eltern Irritation, Verunsicherung und die bange Frage ausgelöst, ob am Ende alle Voerder Kinder die neue Schule werden besuchen können. Die Stadt Voerde nahm dazu Stellung, erklärte, dass es bei entsprechender Bedarfslage schulrechtlich zulässig sei, temporär von der beschlossenen Vierzügigkeit abzuweichen. Auch wies die Stadt darauf hin, dass im Zuge des Anmeldeverfahrens in Koordinierungsgesprächen mit der Bezirksregierung und dem Schulträger Hünxe das Anmeldeverhalten analysiert wird und auf dieser Basis die zuständigen Schulleiter in Abstimmung mit der Bezirksregierung unter Berücksichtigung der erforderlichen heterogenen Zusammensetzung des Schülerklientels die Aufnahmeentscheidung treffen und dann die endgültigen Zügigkeiten festgelegt werden (die NRZ berichtete).

Für Benninghoff steht fest, „dass die insbesondere von SPD und CDU gegebene Begründung und Zusage, alle Voerder Schüler sollen in Voerde eine weiterführende Schule besuchen können, nicht erfüllbar ist“. Der FDP-Ratsherr geht davon aus, dass im nächsten Schuljahr „mindestens um die 50“ der etwa 350 unterzubringenden Schüler „auf der Strecke“ bleiben werden und rechnet vor: „Wenn bis zu 100 davon vom Gymnasium aufgenommen werden können und etwa 50 von sich aus auswärtige Schulen besuchen, verbleiben um die 200 für die Gesamtschule. Diese aber kann höchstens 100, wenn es nach Hünxe, 150, wenn es nach der Stadt Voerde geht, aufnehmen.“ Benninghoff spricht von einem falschen Versprechen. Wer ein solches nicht halten könne, „sollte dies zugeben und neue Überlegungen anstellen. Das würde ihn ehren“, erklärt er.

Als Lösung bringt er einmal mehr die von seiner Partei vorgeschlagene Gründung eines Schulzweckverbandes mit Hünxe und Dinslaken ins Spiel. Damit ließe sich „das Problem“ auch heute noch leicht lösen. So würde allen drei Kommunen seiner Ansicht nach im Schulbereich auf viele Jahre eine stabile und für die Eltern verlässliche Situation mit allen möglichen Schulformen geschaffen. Für Voerde sieht Benninghoff noch den Vorteil, dass „um die sechs Millionen Euro eingespart und nicht sinnlos ausgegeben werden müssten“. Mit der Rücknahme der Entscheidung, eine neue Gesamtschule zu errichten und die Realschule aufzulösen, könne das „Vertrauen in den Stadtrat“ wieder hergestellt werden, ist Benninghoff überzeugt.

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