Begegnungstag für Frauen

Voerde..  Seit September treffen sich die Frauen der Organisationsgruppe der Aktion „Tag der Begegnung“ regelmäßig. Mit dabei sind neben der evangelischen Pfarrerin Susanne Jantsch und der katholischen Pastoralreferentin Christina Rind auch Frauen aus den christlichen und der muslimischen Gemeinde in Friedrichsfeld. „Die Idee zu dem Tag entstand schon vor etlichen Monaten – in einer Zeit des Friedens“, sagt Susanne Jantsch. Denn in die Vorbereitungszeit für den Tag, an dem sich Frauen aller Glaubensrichtungen begegnen sollen, fiel auch der Anschlag auf das Satiremagazin Charlie Hebdo. „Es ist der richtige Weg, angesichts solcher Taten über die Grenzen der Glaubensgemeinschaften hinweg zusammenzustehen“, erklärt Susanne Jantsch. „Man muss ein Zeichen setzen, um den Vorurteilen und Pauschalisierungen entgegenzuwirken“, so Hannelore Brehm vom Organisatorenteam .

Am 25. April wollen sich die Frauen um 15 Uhr am Marktplatz in Friedrichsfeld treffen. Mit gelben, roten und violetten Bändern geschmückt, die repräsentativ für die drei Glaubensrichtungen stehen, soll es dann auf eine kleine Pilgerreise gehen. „Wir möchten uns und den Glauben der anderen besser kennenlernen“, erklärt Susanne Jantsch die Idee. „Friedrichsfeld ist ziemlich klein. Man kennt sich, grüßt sich, aber es ist immer eine kleine Hemmschwelle da gewesen“, sagt Havva Rüzgar von der muslimischen Gemeinde. Auch diese soll mit dem Tag abgebaut werden. Vom Marktplatz aus wird es zuerst zum evangelischen Gemeindezentrum gehen, dann zur katholischen Sankt-Elisabeth-Kirche und schließlich zur Moschee in Friedrichsfeld. „An allen drei Stationen wird es eine kleine Führung durch das Gotteshaus geben und eine Frau wird aus ihrem religiösen Leben berichten“, erklärt Pfarrerin Susanne Jantsch. Natürlich wird es zwischendurch auch eine Stärkung für die Teilnehmerinnen geben: Im Gemeindezentrum und in der Moschee gibt es etwas zu essen. Der „Tag der Begegnung“ wird übrigens ein reiner Frauentag werden. „Die Männer können sich das gerne von uns abgucken“, kommentiert Havva Rüzgar mit einem Lächeln. Die sind schon bei der Planung näher zusammengerückt. So besuchten einige der Frauen gemeinsam eine Veranstaltung der muslimischen Gemeinde in Duisburg. „Wir haben auch in den Schriften einige Gemeinsamkeiten gefunden. Zum Beispiel die Figur des Abraham beziehungsweise Ibrahim“, erklärt Pastoralreferentin Christina Rind. Beim „Tag der Begegnung“ werden die Frauen wahrscheinlich noch mehr Gemeinsamkeiten entdecken und auch die Unterschiede der Glaubensgemeinschaften kennenlernen.