Bäume versperren den Gehweg

Hartmut Figge mit Rahime Gol, die mit ihrem Rollator kaum an den Bäumen vorbeikommt.
Hartmut Figge mit Rahime Gol, die mit ihrem Rollator kaum an den Bäumen vorbeikommt.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Anwohner der Grabenstraße in Lohberg ärgen sich. Große Platanen beschädigen auch ihre Auffahrten.

Dinslaken..  Als die Platanen vor vielen Jahren gepflanzt wurden, waren sie klein und schmal. Heute haben die Jahrzehnte alten Bäume auf dem Bürgersteig der Grabenstraße einen stattlichen Durchmesser - und sind für die Anwohner zum Problem geworden: Weder ein Passant mit Rollator oder Rollstuhl noch mit Kinderwagen passt daran vorbei, die Wurzeln sprengen den Gehweg und die Einfahrten der Anwohner. „Das ist doch nicht behindertengerecht“, ärgert sich Hartmut Figge. Er will, dass die Stadt die Bäume fällt und neue setzt.

Auf die Fahrbahn

Seine Nachbarin Rahime Gol stimmt ihm zu. Sie ist auf den Rollator angewiesen. Ohne ihren Mann traue sie sich nicht mehr auf die Straße. Er muss ihr helfen, in Höhe des Baumes auf die Fahrbahn zu wechseln, denn der Gehweg ist durch die Stämme der Platanen extrem eng geworden. Das ist aber nicht ungefährlich, sagen die Anwohnerin und ihre Nachbarn. Auf der Grabenstraße, wo eigentlich Tempo 30 gilt, werde häufig viel zu schnell gefahren. Und ein paar Mal sei sie schon fast über die Unebenheiten durch die Wurzeln gestürzt, berichtet Gol.

Auch Ursula Walzel hat eine große Platane vor ihrem Haus stehen. Der Stamm hat die Holzlatte des Gartenzaunes verbogen. Die Pflastersteine der Auffahrt stehen nach oben. Vor einigen Jahren ist sie über eine durch die Baumwurzel verursachte Bodenwelle gestolpert. Dabei zog sie sich einen Bänderriss zu. Auch herabfallende Äste fürchten die Anwohner. Bisher ist nichts passiert - aber was, wenn ein Dach, ein Auto oder gar ein Mensch getroffen wird?

Einige Anwohner haben sich an die Stadt gewandt. Doch die Bäume, haben sie erfahren, gehören ja zum Teil ihnen selbst - zumindest der Teil, der auf ihr Grundstück gewachsen ist. „Aber wir haben sie doch gar nicht gepflanzt“, wundert sich Hartmut Figge. Er würde sich wünschen, dass die Bäume ersetzt werden. Dann könnte man direkt an dieser Stelle auch die Straße verengen, damit die Raser keine Chance mehr haben, so sein Vorschlag.

Die alten Bäume dürfen gar nicht gefällt werden, teilt Stadtsprecher Horst Dickhäuser auf NRZ-Nachfrage mit. Denn sie sind geschützt. Er bestätigt die kurios klingende Tatsache, dass die Anwohner zu Miteigentümern der Platanen geworden sind, weil diese teilweise auf ihren Grundstücken stehen. Da eine Beseitigung der Bäume nicht in Frage kommt, sei eine Möglichkeit in solchen Fällen, dass die Stadt die Schäden an den Auffahrten der Anwohner beseitigt. Theoretisch müssten die Bürger als Miteigentümer einen Eigenanteil übernehmen.

Versicherung entscheidet

Bei kleineren Schäden würde die Stadt die Kosten auch vollständig tragen, so Dickhäuser. Über die Begleichung von Schäden, die zum Beispiel am Haus selbst entstehen, entscheide dagegen die Versicherung der Stadt. Dickhäuser empfiehlt den Anwohnern, sich an die Ideen- und Beschwerdestelle der Stadt zu wenden. Diese würde die Anliegen weiterleiten und als Ansprechpartner für die Anwohner zuständig sein.