Bad Laasphe setzt auf Konzept aus Dinslaken

Dinslaken..  Bad Laasphe im oberen Lahntal: Fachwerkhäuser, auf dem Berg über der 14 000-Einwohner-Stadt liegt Schloss Wittgenstein und unter den Gassen der Altstadt vielleicht demnächst die Leitungen einer umweltfreundlichen Wärme- und Stromversorgung. „Altstadtkraft - Energie unterm Pflasterstein“ heißt das Projekt, mit dem der Luftkurort als einer der Sieger aus dem Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)-Modellkommunen-Wettbewerb des NRW-Umweltministeriums hervorgegangen ist. Der Partner, für den sich die Stadt zur Realisierung des Projektes entschieden hat: Die Fernwärmeversorgung Niederrhein (FN) aus Dinslaken. 45 Energieversorger hat eine von Bürgermeister Dr. Thorsten Spillmann berufene Arbeitsgruppe mit der Bitte angeschrieben, ein Konzept für die „Altstadtkraft“ zu entwickeln, 13 Energieversorger haben sich um die Beteiligung an dem Projekt beworben. Der FN gelang es, mit ihrer Konzeptvorstellung zu überzeugen.

Nun soll aus der Idee ein tragfähiges Projekt werden. Dazu wurde jetzt in der Ratssitzung ein Kooperationsvertrag zwischen Stadt und FN geschlossen, dessen Ziel die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Versorgung der Altstadt von Bad Laasphe mit zahlreichen Privathäusern und Ankerkunden wie die Kliniken, die Diakonie, eine Schule, aber auch eine Brauerei und eine Bettenfabrik ist. Schon jetzt seien 40 Prozent der Haushalte im potentiellen Versorgungsgebiet an der Anbindung an das neue Netz interessiert. In der Stadt sind ein Anschlusspotential von 6 Megawatt (MW) und ein Gesamtwärmebedarf von circa 7.800 MWh/a vorhanden, das geplante Fernwärmenetz hat eine Länge von ca. 4,3 km.

Geprüft wird nun der Einsatz eines großen Blockheizkraftwerkes (BHKW) mit 1,2 MW elektrischer Leistung und einem kleinen BHKW mit 50 Kilowatt elektrischer Leistung sowie die Errichtung einer Holzhackschnitzelkesselanlage. Sollte sich diese Machbarkeitsstudie als umsetzungsfähig erweisen, wird die Gründung einer Projektgesellschaft angestrebt, die die BHKW und das Fernwärmenetz errichtet und betreibt.

Die Landesregierung will mit dem Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) die Energiewende vorantreiben. Dazu hat Umweltminister Johannes Remmel 2012 den Wettbewerb „KWK-Modellkommune“ ausgerufen. 51 Kommunen reichten Projektvorschläge ein. Eine Jury hat 21 Konzepte ausgewählt, für die jeweils ein Feinkonzept erarbeitetet wurde. Daraus wurden sechs Kommunen mit besonderem Modellcharakter ausgezeichnet, u.a. die Stadt Bad Laasphe.