Auseinandersetzung geht weiter

Dinslaken..  Der Streit zwischen Ekkehard Wrede und den Stadtwerken geht weiter. Im Dezember erhielt der als „Gasrebell von Dinslaken“ bekanntgewordene Wrede ein Schreiben. Darin kündigten die Stadtwerke an, ihm den Strom zu sperren. In seinem Streit um Gasrechnungen hatte Wrede 2011 von Landgericht Duisburg Recht bekommen, offen ist aber noch ein Streit um Strompreise.

Gegen die Unterbrechung der Stromversorgung wehrte sich Wrede mit einer Einstweiligen Verfügung. Im Januar wurde sie von einem Richter des Amtsgerichts Dinslaken erlassen. Die Stadtwerke reagierten mit einem Widerspruch, weshalb beide Parteien am Donnerstag im Gerichtssaal 206 aufeinandertrafen.

Wrede sowie sein Anwalt erfuhren, dass sich von Januar bis jetzt die Auffassung des Gerichts verändert hat. Der Richter sagte gleich zu Beginn der Verhandlung, für ihn stehe fest, dass der Grund für die Einstweilige Verfügung nicht mehr bestehe. Und fügte hinzu: Selbst wenn eine Unterbrechung der Stromlieferung angedroht werde, Mitarbeiter der Stadtwerke vor der Haustüre stehen würden, man müsse sie ja nicht hineinlassen. Und somit würde das Abklemmen der Stromleitung nicht durchgeführt werden können.

Eine Rechtsauffassung, die den Anwalt von Wrede überraschte. Er verwies auf Mietshäuser mit mehreren Parteien. Da sei es nicht so einfach, den Mitarbeitern den Zugang zu verwehren. Er wollte auch gerne vom Richter eine Feststellung hören, ob in diesem Falle überhaupt ein Verstoß der Zahlungsverpflichtung vorliege. Eine Voraussetzung für eine Stromsperre. Denn Wrede zahle ja, nur halt einen geringeren Betrag, als andere. Wrede meint die Preiserhöhungen seien rechtswidrig, weshalb er aktuell nur 15,47 Cent pro Kilowattstunde bezahlt. Und bislang hätten die Stadtwerke keinen rechtswirksamen Titel erwirkt und auf Zahlungen verzichtet. Einige Forderung liegen soweit zurück, dass sie schon verjährt sind.

Das sei aber nicht Gegenstand dieser Verhandlung, so der Richter, es gehe nur um die Einstweilige Verfügung. Die Entscheidung wird am 23. April verkündet. Die Auseinandersetzung zwischen Wrede und den Stadtwerken ist damit aber nicht beendet. Am 30. März hatte der Dinslakener eine Feststellungsklage eingereicht. Darin geht es konkret um die Festsetzung der Strompreise von 2004 und 2007.