Aus der alten Wassermühle wird ein Museum

Hünxe..  Wer zum Schloss Gartrop fährt, erblickt am Rande der Zufahrt eine alte Wassermühle. Dieses historische Bauwerk soll im Spätsommer wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein. Im April wurde bereits ein erneuertes Mühlrad aus Hartholz eingesetzt. Für Heinrich Rühl - Vorsitzender des örtlichen Heimatvereins - war das ein ganz besonderer Moment.

Ihm und dem Heimat- und Verkehrsverein liegt die Wassermühle am Herzen. Sie wollen die lange Geschichte künftig auch den Besuchern aus Hünxe und Umgebung erzählen. Diese werden dann erfahren, dass die ältesten Bauteile aus dem 15. Jahrhundert stammen sollen. Bis 1955 arbeiten die Müller am Schloss Gartrop mit Wasserkraft. Mit elektrischer Kraft ging es noch bis 1968 weiter. Dann war für den Müllermeister Wilhelm Lohmann Schluss.

Begegnung mit den Holzwürmern

„Er hat den Mehlsack an den Nagel gehangen und die Tür hinter sich zu gemacht. Wir haben sie vor einigen Jahren wieder geöffnet und alles noch so vorgefunden wie ursprünglich, nichts hatte sich verändert, nur die Holzwürmer hatten in vielen Holzteilen ihre Arbeit getan“, erzählt Heinrich Rühl. Der Heimat- und Verkehrsverein wollte die Mühle unbedingt erhalten, allerdings gab es am Anfang Probleme mit der Finanzierung.

Doch im Verbund mit der Gemeinde Hünxe sowie Eigentümer und Verpächter Baron Egbert Freiherr von Nagell konnten sie das Projekt Instandsetzung und Sanierung starten. Aus einem EU-Förderprogramm sowie von der Kulturstiftung NRW gab es Zuschüsse, die Arbeiten begannen. Engagierte Bürger verbringen seit Mitte 2014 ehrenamtliche Stunden an der Mühle.

„Im Spätsommer wollen wir mit der Restaurierung fertig sein“, sagt Rühl. Nach der Eröffnung sind Führungen geplant -- insbesondere für Schulklassen. „Die meisten Kinder können sich nicht mehr vorstellen, wie Brot hergestellt wurde“, sagt Rühl. Das soll sich durch einen Besuch in der Mühle und der Ausstellung „Vom Korn zum Brot“ ändern.