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Aufgaben gemeinsam schultern

22.02.2011 | 15:26 Uhr
Aufgaben gemeinsam schultern
St. Vincentius

Dinslaken/Voerde/Hünxe/Walsum.Die Ergebnisse der Kreisdekanatsversammlung in Xanten waren für die meisten Beobachter aus dem Dekanat Dinslaken keine große Überraschung mehr. Die Gemeinden im Dekanat Dinslaken beraten jetzt.

Eine Pfarrei in Dinslaken aus den Gemeinden Heilig Geist und St. Vincentius mit insgesamt 23 956 Katholiken (die größte am Niederrhein); eine in Voerde aus St. Maria – Königin des Friedens, St. Elisabeth und St. Peter (13 138), eine in Walsum aus St. Dionysius und St. Josef (16 506); St. Albertus Magnus in Hünxe (3011) bleibt selbstständig. Auch der Stellenplan für die Seelsorgeteams in den jeweiligen pastoralen Räumen ist bis zur Umsetzung in 2015 genau geregelt.

Kreisdechant Stefan Sühling nannte als Vorteile dieses neuen Modells: „Die Vielfalt unseres personalen Angebotes wird zunehmen. Je größer die Pfarrei, desto größer die Anzahl der Begabungen und Fähigkeiten in einem Seelsorgeteam.“ Nicht jeder könne mit kleinen Kindern oder alten Menschen umgehen. Die Pastoralreferentin habe vielleicht ein Händchen für die offene Jugendarbeit, während der Kaplan sich gerne mit den Messdienern dem liturgischen Dienst widme. Der Vicarius Cooperator (mitarbeitender Pfarrer) sei möglicherweise der ideale Präses der KAB „und der leitende Pfarrer kann sich vielleicht auch wieder seelsorglichen Gesprächen widmen, weil er von anderen Aufgaben entlastet ist“.

Sühling ging noch weiter: „Absprachen und Verlässlichkeit sind angesagt. Der leitende Pfarrer von heute und morgen braucht neben seiner theologischen und spirituellen auch noch eine solide Managementqualifikation.“ Er müsse sein Team richtig aufstellen und motivieren und Kommunikation untereinander und mit den Gläubigen gewährleisten.

„Nach den Planungen in anderen Kreisdekanaten war das Ergebnis in Xanten keine Überraschung für mich“, so Pfarrer Willi Schoelen (St. Elisabeth). „Wir werden uns jetzt mit den Gremien zusammen setzen, einen Pastoralplan für den Raum Voerde erstellen und in den Seelsorgeteams beraten, wie wir die Aufgabe gemeinsam schultern, auch personell“. Die Seelsorgeeinheit mit St. Peter funktioniere bereits und auch mit St. Maria habe man sich schon öfter gegenseitig vertreten.

„Wir werden uns die Vorgaben in Ruhe anschauen und über die notwendigen Konsequenzen beraten“, meint Pfarrer Heinz-Josef Möller (St. Maria – Königin des Friedens). Eine Pfarrei ist keine Gemeinde. Der Gestaltungsprozess wird nicht einfach. Aber wir haben fast fünf Jahre Zeit. Diese wollen und werden wir nutzen. Ich bin guten Mutes, das Leben vor Ort lebendig zu halten“

„Ich bin nicht überrascht, aber dass es so schnell geht, hatte ich nicht erwartet. Jetzt werden wir die Diskussion in den Gremien führen und dann die Gespräche mit Heilig Geist suchen“, erklärt Pastor Werner Laslop, der Pfarrer Theo van Doornick (in Amerika) für St. Vincentius vertritt. Und Pastoralreferent Klaus Lasse fügt hinzu: „Wir werden uns, wie gefordert, auf den Weg machen und in Münster zum zeitlichen Ablauf eine Stellungnahme abgeben. Schöner wird es nicht!“

„Ich sehe die Entwicklung in unserer katholischen Schwesterkirche mit großer Sorge“, erklärt Dinslakens ev. Pfarrer Armin von Eynern. Durch immer größer werdende Einheiten würden die Kontakte von Gemeindemitgliedern zu den handelnden Personen immer schwächer. „Ein Riesenschiff mit 24 000 Gemeindegliedern ist schwer zu navigieren“.

Kreisdechant Sühling versucht, Zweifel an der Strukturveränderung zu zerstreuen: In Orten, wo die Menschen schon länger in dem neuen Pastoralmodell lebten, sei die anfängliche Sorge vor Veränderung meist einer ruhigen Gelassenheit gewichen: „Es ist auch ganz schön, nicht jeden Sonntag denselben Pfarrer von der Kanzel zu hören. Abwechslung hat auch etwas für sich.“

Peter Neier

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