Ansturm auf Freibäder

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Was wir bereits wissen
3000 Gäste und Verkehrschaos am Tenderingssee. Polizei regelte Verkehr, Stadt verteilte Knöllchen und schleppte ab. Großer Andrang auch in Hiesfeld und Voerde.

Dinslaken/Voerde/Hünxe..  36 Grad, 3000 Besucher – und Verkehrschaos. Am Samstag ging rund um das Strandbad Tenderingssee nichts mehr. Die Stadt hatte den Weg zur Einbahnstraße erklärt - was viele Besucher allerdings nicht wussten. Schließlich musste die Polizei den Verkehr regeln. Der Parkplatz war früh voll, die Autos parkten bis weit auf die B8. Die Stadt Voerde verteilte 100 Knöllchen, schleppte acht Autos ab.

Um 9.30 Uhr schon standen die Menschen bis zum Ende des Parkplatzes. Mit Sack und Pack, mit Handtüchern und Matratzen, Sonnenschirmen und Taschen und bei Affenhitze warteten sie geduldig, dass das Strandbad um 10 Uhr öffnet. Der Parkplatz des Strandbades hat Platz für 700 Autos – und war um 11 Uhr dicht. Viele, vor allem jugendliche Badegäste kamen zu Fuß – andere parkten an den Seiten des Tenderingswegs und an der B8. Bis zum Pflanzgarten standen die Autos an beiden Seiten – viele mit einem roten Knöllchen an der Windschutzscheibe. Zwischen 10 und 25 Euro werden jeweils fällig, so die Voerder Dezernentin Simone Kaspar, je nach Tatbestand. Nein, „hier geht es nicht um Geld, sondern um die Sicherheit.“ Wer an einer Bundesstraße parke, gefährde nun einmal auch andere Verkehrsteilnehmer. Zudem müsse die Stadt die Rettungswege frei halten.

Wenn mit schönem Wetter und großem Besucherandrang zu rechnen ist, stellt das Ordnungsamt Voerde spontan Einbahnstraßenschilder auf. Ziel sei, so Simone Kaspar, dass die Badegäste von der B8 einfahren und über Bruckhausen wieder herausfahren. Diese Regelung habe schon im vergangenen Jahr gegolten – habe sich aber offenbar noch nicht herumgesprochen. Die Stadtverwaltung will das Chaos am Wochenende zum Anlass nehmen, die Verkehrsregelung intern noch einmal zu besprechen.

„Wir raten natürlich immer, das Fahrrad zu benutzen“, so die Dezernentin – das allerdings, fügt sie hinzu, sei mit dem Gepäck für einen Badetag schwierig. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das Strandbad schwer erreichbar. Die nächstgelegene Bushaltstelle (Linie 25) ist an der Alexanderstraße, so Beate Kronen, Sprecherin der Niag. Von dort sind es noch etwa 20 Minuten Fußweg. Die Niag habe das Problem bereits in der Vergangenheit mit den Städten Voerde und Dinslaken besprochen – ohne Ergebnis. Es gebe keinen geeigneten Platz für eine Haltestelle: Am Strandbad selbst bestehe keine Wendemöglichkeit und eine Haltestelle an der B8 sei zu gefährlich, weil ein gesicherter Fußweg zum Strandbad fehle. Weil eine solche Haltestelle im übrigen nur zeitweise frequentiert wäre, „müsste man über eine Kostenübernahme seitens der Städte reden“, so die Niag-Sprecherin.

Im Strandbad selbst war es voll - aber nicht zu voll. Im vergangenen Jahr musste der Tender mitunter wegen Überfüllung schließen – das war diesmal nicht der Fall. Die Gäste kamen „schichtweise“, so Gerd Dieter Brandt, der Leiter des Strandbades. Auch am Sonntag waren noch einmal etwa 3000 Badegäste am See.

Das Freibad Hiesfeld zählte am Samstag 2050 Besucher – „ein Sommer-Rekord im Rekordsommer“, freuen sich die Stadtwerke. Insgesamt waren vom 1. bis 5. Juli im Dinamare und im Freibad Hiesfeld 13 050 Gäste.

3821 Besucher fanden im Zeitraum von Donnerstag bis Sonntag den Weg ins Voerder Freibad. Damit wurde innerhalb von vier Tagen mehr als die Hälfte der Besucherzahlen erreicht, die seit Eröffnung der Freibadsaison bis zum 1. Juli gezählt wurden (6500 Badegäste), wie Kaspar erklärte. Die Parksituation sei an den heißen Tagen trotz der dann nicht ausreichenden Stellplätze an den umliegenden Schulen, der Turnhalle und am Haus Voerde – auch zwischen den Bäumen an der Allee werde geparkt – „unauffällig gewesen“. Kaspar erklärt dies damit, dass viele zu Fuß oder mit dem Rad in das innenstadtnahe Freibad kommen oder ihr Auto in der City parken.