Angeklagte stiften zwei Männer zum brutalen Raub in Dinslaken an

Zwei Frauen stehen in Duisburg vor Gericht, weil sie Schulden eintreiben ließen. Die Angeklagten beauftragten zwei junge Männer, zwei Schuldner aus der Drogen-Szene zu verprügeln.
Zwei Frauen stehen in Duisburg vor Gericht, weil sie Schulden eintreiben ließen. Die Angeklagten beauftragten zwei junge Männer, zwei Schuldner aus der Drogen-Szene zu verprügeln.
Foto: WR/Franz Luthe
Was wir bereits wissen
Zwei Frauen (23 und 26) stehen in Duisburg vor Gericht, weil sie Schulden eintreiben ließen. Die Angeklagten beauftragten zwei junge Männer, zwei Schuldner aus der Drogen-Szene zu verprügeln und außerdem Wertgegenstände aus deren Wohnung zu klauen. Die Frauen haben ein Geständnis abgelegt.

Dinslaken/Duisburg.. Wegen Anstiftung zum Verbrechen müssen sich seit Dienstag zwei junge Damen vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Die 26-jährige Rheinbergerin und die 23-jährige Bottroperin hatten im September 2011 zwei junge Männer angestiftet, zwei Schuldnern aus der Drogen-Szene auf die Bude zu rücken und Wertgegenstände aus deren Wohnung in Dinslaken zu rauben.

Die beiden Damen hatten sehr konkrete Vorstellungen darüber, wie die beiden säumigen Zahler, die unter einem Dach wohnten, zu bestrafen seien: Der eine sollte nur verprügelt, dem anderen der Kiefer gebrochen werden. Für die Tat mietete eine der beiden Angeklagten eigens ein Auto an, dann machte man sich gemeinsam auf den Weg nach Dinslaken.

Mit einem Hammer geschlagen

Die beiden angeworbenen Räuber - längst rechtskräftig vom Landgericht dafür zu mehrjährigen Strafen verurteilt - drangen in die Wohnung ein. Eines der beiden potenziellen Opfer war nicht da. Der andere und zwei zufällig anwesende Gäste wurden brutal geschlagen, unter anderem mit einem Zimmermannshammer. Am Schluss erschien dann auch eine der beiden Angeklagten in der Wohnung und überwachte den Abtransport des Diebesgutes: Die Bewohner waren offenbar Computerfreaks, hatten gleich mehrere Rechner, Laptops, Spiele-Konsolen und diverses Zubehör besessen - bevor es die Räuber davontrugen.

Auch die Handys der Anwesenden nahmen sie mit. Zum Schluss drohte eine der beiden Frauen noch, man wolle wiederkommen. Und wenn man zwischenzeitlich den anderen säumigen Zahler erwische, würde man ihm die Hand abschneiden. Die Beute wurde hinterher zwischen den angeworbenen Räubern und den beiden Frauen aufgeteilt. Jeder bekam etwa 250 Euro. Einer der beiden Frauen wirft die Anklage außerdem Handeltreiben mit Betäubungsmitteln vor.

Beide Angeklagte legten Geständnisse ab

Nachdem ein Verteidiger gestern offenbar zunächst einen Konfliktkurs steuern wollte, sah die Sache nach einem ausführlichen Rechtsgespräch der beteiligten Juristen im Richterzimmer ganz anders aus. Die beiden Angeklagten legten weitgehende Geständnisse ab. Ein Urteil soll voraussichtlich am 12. November verkündet werden.