An das andere Ende der Welt

Schülerin Ilka Stauvermann aus Voerde geht für zehn Monate nach Neuseeland.
Schülerin Ilka Stauvermann aus Voerde geht für zehn Monate nach Neuseeland.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Ilka Stauvermann aus Voerde macht sich für zehn Monate auf nach Neuseeland. Die 15-Jährige wird in New Plymouth bei einer Gastfamilie leben.

Voerde..  Zu einer Reise an das andere Ende der Welt macht sich heute Ilka Stauvermann auf: Fast 19 000 Kilometer Luftlinie werden die 15-Jährige in den nächsten zehn Monaten von ihrer Familie trennen. Die junge Voerderin hat sich für ihren Auslandsaufenthalt das ferne Neuseeland ausgesucht. Bis November wird Ilka Stauvermann in der 50 000-Einwohner-Stadt New Plymouth auf der Nordinsel bei einer Gastfamilie leben, dort zur Schule gehen. Vorher hat sie eine lange Anreise zu bewältigen, die sie über Singapur zuerst nach Auckland führt. Dort wird sie von Student Exchange Australia New Zealand – Partner ihrer deutschen Austauschorganisation Ayusa-Intrax – auf ihren Aufenthalt in ihrer neuen Heimat auf Zeit vorbereitet. Danach geht es mit dem Bus weiter nach Hamilton, wo ihre Gastfamilie sie abholt, um etwa zwei Tage später weiter nach New Plymouth zu fahren. Im November vergangenen Jahres hatte die deutsche Austauschorganisation ein Vortreffen veranstaltet. Dort ging es etwa um die Frage, wie man sich in der Gastfamilie einlebt und was man tut, wenn es gar nicht funktioniert oder wenn das Heimweh plagt.

Das Interesse an anderen Ländern entwickelte Ilka bereits früh: Als sie neun war, zog ihre Familie für drei Jahre nach Schweden, weil der Vater dort beruflich zu tun hatte. Der Wunsch, für einen Auslandsaufenthalt nach Neuseeland zu gehen, reifte bei der 15-Jährigen auch durch die Erzählungen des Vaters, der ein Jahr in dem Inselstaat im Südpazifik lebte. Ihre Mutter, die auch dort war, kann die Wahl ihrer Tochter gut verstehen. „Die Reiselust haben wir den Kindern eingeimpft“, erzählt Martina Stauvermann mit einem Schmunzeln und verhehlt dabei nicht, dass sie auf ein späteres Nachahmen der Tochter gehofft hätte. Sie kann es sich noch nicht richtig vorstellen, dass Ilka so viele Kilometer weit weg von zu Hause sein wird.

Gespannt auf die Menschen

Die 15-Jährige, die in Voerde die neunte Klasse des dortigen Gymnasiums besucht, wollte ihren Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Land verbringen. Mit ihrer Wahl Neuseeland verknüpft sie auch die Erwartung, einen ganz anderen Alltag, einen anderen Lebensstil mitzuerleben. „Ich bin gespannt auf die Menschen dort“, sagt sie. Auch war für die Voerderin klar, während ihrer Schulzeit ins Ausland zu gehen, um auch dieses Stück Alltag zu erleben. Dabei erwartet die 15-Jährige etwas für sie Unbekanntes: An der Mädchenschule, die sie zusammen mit der gleichaltrigen Tochter ihrer Gastfamilie besuchen wird, muss sie eine Schuluniform tragen.

Ihre Reise ins ferne Neuseeland tritt die junge Voerderin mit der Erwartung an, neue Erfahrungen zu sammeln, Land und Leute und die Kultur kennenzulernen – und am Ende fließend Englisch zu sprechen. Ihre größte Angst? „Dass ich mit der Gastfamilie nicht klar komme, keine Freunde finde“, sagt sie. Klar, dass die 15-Jährige aufgeregt ist, aber natürlich ist da auch Vorfreude.

Ihre Freundinnen seien traurig, dass sie so lange fort und so weit weg sein wird. Ihnen hat Ilka ein Album gegeben mit der Bitte, etwas hinein zu schreiben. Die 15-Jährige, die einen Zwillings- und einen jüngeren Bruder hat, will es zusammen mit Fotos von der Familie als ein Stück Heimat mit nach Neuseeland nehmen. Hinein geschaut hat Ilka in das Album noch nicht. Das will sie tun, wenn sie im Flieger sitzt, auf dem Weg an das andere Ende der Welt.