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Kriminalität

Amokfahrt als Selbstmordversuch

07.07.2011 | 23:00 Uhr

Duisburg/Voerde. Wegen versuchten Mordes muss sich derzeit ein 71-jähriger Mann aus Voerde vor dem Landgericht Duisburg verantworten. Er wollte sich umbringen und wurde deshalb zum Geisterfahrer.

In der Absicht, sich selbst zu töten, war er am 16. September 2010 mit seinem Geländewagen auf der A 3 bei Hamminkeln vom Parkplatz Elsholt aus in Gegenrichtung aufgefahren und frontal auf einen Lastwagen zugesteuert. Bei dem so provozierten Unfall, in den auch ein Kleinwagen verwickelt worden war, wurden zwei Personen verletzt.

„Er wollte nicht
mehr leben“

Den Angeklagten hatte die Feuerwehr gegen dessen Widerstand aus seinem Auto befreit. Als die Rettungskräfte eintrafen, hatte der 71-Jährige sich mit einem Messer zu töten versucht. „Er hatte mehrere zwei Zentimeter tiefe Stiche in Brust und Bauch und Schnitte an den Unterarmen“, berichtete ein Arzt vom Krankenhaus Bocholt, in das der Rentner eingeliefert worden war. „Er wehrte sich gegen die Behandlung und hat immer wieder gesagt, dass er nicht mehr leben wolle.“

Die Ehefrau des Angeklagten hatte bereits am letzten Verhandlungstag ausgesagt, dass ihr Mann in den Monaten vor der Tat von einer seltsamen Unruhe getrieben worden sei. Er begann mehrere Bauprojekte, schaffte Maschinen an, um im Keller Wurst zu produzieren. „Doch dann hat er immer wieder gesagt, dass ihm das alles über den Kopf wachse“, so die Zeugin. Vierzehn Tage vor der Amokfahrt auf der Autobahn hatte der 71-Jährige versucht, sich mit Tabletten das Leben zu nehmen.

Angeblich vom
Luftstrom abgedrängt

Der Verteidiger überraschte gestern mit einem Beweisantrag, in dem er die Theorie aufstellte, dass sein Mandant den Unfall nicht absichtlich herbeigeführt habe. Vielmehr sei der Geländewagen beim Passieren eines entgegenkommenden Fahrzeuges vom Luftstrom Richtung Lastwagen abgedrängt worden. „Das war nicht willentlich, sondern physikalisch bedingt“, so der Anwalt, der diese Einschätzung durch ein Gutachten untermauern lassen möchte.

Für das Verfahren sind bis 18. Juli zunächst zwei weitere Verhandlungstage geplant.

Bodo Malsch


Kommentare
10.07.2011
09:21
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08.07.2011
07:17
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