Alte Musik für Cello Solo

Dinslaken..  Das Cello erklingt allein, aber nicht einstimmig. Die Musik verästelt sich in feinen Linien, auseinanderstreben, wieder zusammenfinden, sich kreuzen. Am Samstag, 23. Mai, spielt Ludwig Frankmar um 18 Uhr in der ev. Stadtkirche eben solche kunstvollen Kompositionen für Cello Solo.

In Verbindung mit Renaissance und Barock taucht des Öfteren der Begriff der ‘linearen Kontrapunktik’ auf, bei welcher der harmonische Zusammenhang nicht vertikal, durch gleichzeitig erklingende Töne, sondern horizontal, durch aufeinander folgende Tonreihen dargestellt wird. Im Prinzip ist damit die Trennlinie zwischen Ein- und Mehrstimmigkeit aufgehoben.

Die architektonische Vorgehensweise, die venezianische Komponisten im 16. Jh. verwendeten, um mehrstimmige Musik auf Soloinstrumentalstimmen zu reduzieren, unterschied sich im Grunde genommen nicht von den Kompositionsweisen in der mehrstimmigen Musik, wenngleich in verdichteter Form: musikalische Elemente wurden vergrößert, verkleinert, umgedreht, auf den Kopf gestellt, ineinander geschoben oder aufgeteilt.

Ludwig Frankmar, geboren 1960 in Falun , stammt aus einer schwedischen Kirchenmusikerfamilie. Nach Studien in seiner Heimatstadt Malmö bei Guido Vecchi war er als Orchestermusiker an der Barcelona Oper und als Solocellist der Göteborger Oper tätig, sowie, nach Studien bei Thomas Demenga an der Musik-Akademie Basel, als Solocellist der Camerata Bern. Kontakte und Zusammenarbeit mit Kirchenmusikern führten ihn zur Alten Musik und zur historischen Aufführungspraxis. Er lebt in Berlin.

Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei, eine Kollekte wird erbeten.