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Als Zeitzeuge der ehemaligen DDR unterwegs

26.01.2012 | 10:00 Uhr
Als Zeitzeuge der ehemaligen DDR unterwegs
Peter Keup berichtet Schülern als Zeitzeuge über seine Zeit in der DDR. Foto: Ute Gabriel

Dinslaken.   Peter Keup wird in Australien und Argentinien von seinem Leben in der DDR berichten.

Als Zeitzeuge in Sachen „Leben in der ehemaligen DDR“ ist Tanzschulchef Peter Keup mal wieder unterwegs. Seine Reise führt in ab heute für die kommenden Monate nach Argentinien und Australien, genauer nach Buenos Aires und Sydney.

Keups Familie war in den 50-er Jahren vom Westen in den Osten gesiedelt. Doch ihn, der dort in der DDR ein erfolgreicher Turniertänzer war, erdrückte die Enge und Unfreiheit und so versuchte er 1981, über Ungarn in den Westen zu fliehen. Die Flucht misslang allerdings, Peter Keup kam in Isolationshaft der Stasi. 1982, nach Verfahren und Strafvollzug, wurde er freigekauft und konnte die DDR verlassen. Für das Zeitzeugenprogramm der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und der Ruhr-Uni Bochum/Institut für Deutschlandfragen berichtet Peter Keup nun an Schulen und diversen Bildungseinrichtungen über jene Zeit in der DDR, das Leben hinter einer Mauer, unter Beobachtung, in Haft.

Interesse an deutscher Geschichte sehr groß

So auch jetzt in Argentinien und Australien. „Na ja, eigentlich führt mich meine Eigenschaft als Tanzlehrer in die beiden Länder“, erzählt Peter Keup. „In Buenos Aires will ich meine Tangokünste verfeinern.“ Nicht zum ersten Mal übrigens. Seine dortige Tangolehrerin, eine Nachfahrin von deutschen Juden, die dorthin auswanderten, kennt er von früher. Sie war es, die eine Gesprächsrunde anregte, die die deutsch-deutschen sowie die deutsch-argentinischen Verbindungen beleuchtet soll. Denn, so Keup, habe Argentinien lange Zeit jüdische Flüchtlinge aufgenommen, während andere Staaten ihnen längst die Einreise verweigerten.

Doch auch Nazis flüchteten nach dem Zweiten Weltkrieg ins südamerikanische Land. Opfer und Täter wieder vereint, in einem Land, das selbst auf eine langjährige menschenverachtende Diktatur zurückblicke, so Keup weiter. „Das Interesse an der deutschen Geschichte und der deutsch-argentinischen Beziehung ist dort sehr groß“, weiß Keup aus Erfahrung. So seien auch Videokonferenzen mit weiteren Zeitzeugen, vor allem aus der NS-Zeit, geplant.

In Sydney ist sein vorrangiges Ziel natürlich auch die Arbeit in einer Tanzschule. Zwei Monate wird er vor Ort sein, Zeit aber auch, um an zwei Schulen, der Uni Sydney und dem Goethe-Institut ein wenig Geschichtswissen aus erster Hand beizusteuern. „Ich habe mich mit dem dortigen Bildungsministerium in Verbindung gesetzt, vom Zeitzeugenprojekt berichtet und bin auch bei ihnen auf großes Interesse gestoßen. Denn in Australien weiß man wenig von der hiesigen Geschichte.“

Birgit Gargitter

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2012-01-26 10:00
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