Abbruchstopp an der Schatzkammer

Am Montag hatten die Abrissarbeiten auf dem Hackfort-Areal begonnen.
Am Montag hatten die Abrissarbeiten auf dem Hackfort-Areal begonnen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nachdem sich in einem benachbarten Haus Risse auftaten, verbot das Bauordnungsamt der Stadt den weiteren Abriss. Ein neues Statikgutachten muss nun her.

Dinslaken..  Das alte Hackfortgebäude ist noch nicht ganz abgerissen, da gibt es schon die ersten Probleme – in einem alten um 1905 erbauten Gebäude, das direkt mit der Mauer und den abgerissenen Gebäuden verbunden ist, sollen sich schwerwiegende Risse aufgetan haben. So geschehen bei Abbrucharbeiten am Mittwochmorgen. „Das ganze Haus hat gewackelt und gezittert,es rüttelte und schaukelte, dann tauchten die Risse auf“, war gestern von einem Zeugen zu hören, der seinen Namen nicht genannt haben möchte. Man habe sofort den Bauarbeitern Bescheid gegeben, die daraufhin die Arbeiten stoppten.

Das Bauordnungsamt, das kurz darauf erschien, verhängte laut Thomas Pieperhoff von der Pressestelle der Stadt Dinslaken, einen Abbruchstopp. Für den gestrigen Nachmittag war schließlich ein Ortstermin anberaumt mit Mitarbeitern des Bauordnungsamtes, Vertretern der Firma Tecklenburg sowie einem Statiker und einem externen Prüfsachverständigen. „Der Abbruchstopp“, so Thomas Pieperhoff im Anschluss an den Ortstermin, „bleibt bestehen. Der Bauherr, in diesem Fall die Firma Tecklenburg, muss noch einmal ein Statikgutachten in Auftrag geben und der Stadt einreichen. Ein externer Prüfsachverständiger prüft diesen Bericht gegen und wird dann seine Empfehlungen aussprechen.“ Was dabei herumkommt, müsse abgewartet werden.

Es könne durchaus sein, dass das Haus leergezogen werde, bis dahin aber darf kein Abbruch mehr auf dem Gelände stattfinden, so Pieperhoff. Dieses zu überwachen, obliege der Bauordnung der Stadt. Allerdings, erklärt Pieperhoff, dürften sowohl von der Firma Sicherungsarbeiten und Schuttbeseitigungsarbeiten durchgeführt werden.

Ein kleines schmuckes Häuschen in der Altstadt ist betroffen. Mit Reben berankt, schmiegt es sich an die anderen Gebäude, liegt versteckt im Hinterhof an der Brückstraße, so wie früher in der Altstadt gebaut wurde. Er sei gerade dabei, die Wohnung zu renovieren und nun dies, so der Wohnungsinhaber. Das Haus, so war zu erfahren, sei bereits einmal abgestützt worden, habe nur eine Giebelwand. Dies alles sei der Firma Tecklenburg und der Stadt bekannt. Auch habe man lange im Vorfeld gewarnt, da die Häuser in der Altstadt eng verzahnt seien.

Einen lauten Knall, ein Rütteln, Schütteln und Beben hatten auch andere Nachbarn am Mittwochmorgen wahrgenommen. „Meine ganze Wohnung hat gewackelt, aber es ist nichts passiert“, erzählte Doris Regorz, die direkt neben dem Eine-Welt-Laden wohnt. „Alle, die über Generationen hier wohnen, haben solche Ereignisse befürchtet, doch niemand hat ihre Warnungen erst genommen“, erzählt IG-Altstadt-Chef Ulrich Tekathen. „Alle Anwohner haben Angst, dass ihre Häuser einstürzen oder zumindest irgendwie in Mitleidenschaft geraten werden“, so Tekathen weiter. Deshalb hätten sie auf ein Beweissicherungsverfahren bestanden und alle Häuser und Wohnungen im Vorhinein fotografieren lassen. Er erinnert an die Bürgerrunde der IG Altstadt im vergangen Jahr. Da hatten Bürger ihre Bedenken geäußert ob der heiklen Untergrundsituation in der Altstadt, deren Bauten teilweise noch auf Pfählen stehen. Und man erinnert sich wieder an Radio Bison, das nach einer Ausschachtung versank, ebenso an die eingestürzte Toilette bei der Altmarktbebauung.

Eine Abrissstatik hat die Firma Tecklenburg schon einmal bei der Stadt eingereicht. Aufgrund dieses Gutachtens wurden die Abriss- und Baugenehmigung für das Hackfort-Areal von der Stadt erteilt.

Auf dem Gelände zwischen Brück- und Duisburger Straße soll ein Gebäudekomplex entstehen mit fünf unterschiedlich geprägten Zügen, 23 Wohnungen und einer Tiefgarage. Das Bauvorhaben hat zu Protesten von Altstadtanwohnern geführt.