6347 Menschen suchten in 2014 Rat

Dinslaken..  Erstmals präsentierten die Verbraucherzentralen von Dinslaken, Moers und Wesel ihre Jahresbilanz in einer Broschüre, übersichtlich gegliedert mit Vergleichszahlen. Macht Sinn bei knappen Haushaltskassen, denn dass die Beratungsstelle in Moers überhaupt noch weiterarbeiten kann, hat sie dem Kreis Wesel zu verdanken. Ab Januar diesen Jahres übernimmt der Kreis einen Teil der Kosten der Städte, so dass die Beratungsstellen mit 50 Prozent durch das Land, mit 25 Prozent durch die angegliederten Städte und mit 25 Prozent durch den Kreis gefördert werden.

Wie wichtig die Beratungsstellen der Verbraucherberatung (VB) vor Ort seien, werde durch die Kontakte sichtbar, so Ulrike Grabowski, Leiterin der Dinslakener VB an der Duisburger Straße. 6347 Menschen suchten 2014 Rat bei der Verbraucherzentrale, 438 Interessierte besuchten die Veranstaltungen, 3996 nutzten das Internet, um sich schlau zu machen. Die Probleme der Besucher übrigens sind in allen drei Beratungsstellen die gleichen. Da geht es zum einen um die Finanzen und Finanzdienstleister. „Eine Nachfragewelle schwappte in die Beratungsstelle, nachdem der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass Bearbeitungsentgelte für Darlehen unzulässig sind“, berichtet Grabowski. Ratsuchende wollten wissen, für welche Darlehnsverträge Erstattungen möglich sind, welche Verjährungsfristen gelten, und erkundigten sich nach Rückforderungsmodalitäten. „Viele Kreditinstitute versuchten, diese Erstattung mit fadenscheinigen Argumenten zu verweigern“, so Ulrike Grabowski. Die VB hatte dazu einen Musterbrief herausgegeben und half den Ratsuchenden, zu ihrem Recht zu kommen. Zudem entsprach die Widerrufsbelehrung bei Verträgen im Immobiliensektor oft nicht den gesetzlichen Grundlagen.

Ob Mahnschreiben und angedrohte Zwangsvollstreckung durch dubiose Inkassobüros, die auf den ersten Blick wie „normale“ Inkassobüros auftraten, ob so genannte Phishing-Mails, die Kunden von T-Online und Amazon, Inhaber einer Master-Card oder Nutzer von Pay-Pal-Konten mit fadenscheinigen Inhalten aufforderten, ihre Zugangsdaten zu melden – die Internetbetrüger versuchen es immer wieder und genauso oft fallen Menschen darauf herein. Auch hier half die Verbraucherzentrale in den letzten Jahren immer wieder mit Rat und Tat.

Rat und Recht waren auch gefragt, wenn es beim Stromanbieterwechsel hakte oder Versorger versuchten, ihre Kunden mit unzulässigem Geschäftsgebaren zu übervorteilen.

Auch die wachsende Zahl von Energieschuldnern hatte die Verbraucherzentrale im Blick. „Diese Menschen stehen meist mit durchschnittlich 1300 Euro bei ihrem Versorger in der Kreide“, erklärt Ulrike Grabowski. „Hinter diesen Schulden verbergen sich nicht nur Außenstände, sondern teilweise auch hohe Kosten für Mahnungen, Inkasso sowie für die Unterbrechung oder Wiederherstellung des Stromanschlusses.“ Das könne durch rechtzeitiges Verhandeln mit dem Stromanbieter oft vermieden werden.

Neben ihrer allgemeinen Beratungstätigkeit hätten die Verbraucherberatungen, so Grabowski, auch zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt – mit der Kriminalpolizei zum Thema Schlüsseldienste, mit dem Jobcenter, mit dem Kompetenznetz Energie und vieles mehr. Und auch für die nächsten fünf Jahre werden die Verbraucherzentralen, gesichert durch die finanzielle Unterstützung des Kreises und der Stadt, ihren Aufgaben nachkommen können.