250 barrierefreie Wohnungen fehlen weiterhin

Dinslaken..  Vor rund einem Jahr beschloss die Dinslakener Politik eine Reihe Maßnahmen mit dem Ziel. bezahlbaren, barrierefreien Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen. 248 Senioren suchten zu diesem Zeitpunkt nach einer preisgebundenen, barrierefreien Wohnung. Die Verwaltung richtete eine Projektgruppe ein und zog im gestrigen Sozialausschuss eine erste Zwischenbilanz. Danach fehlen weiterhin 250 barrierefreie Wohnungen für Senioren. Vor allem wer arm ist, hat kaum Chancen auf eine solche Wohnung.

Denn es werden zwar durchaus barrierefreie Wohnungen gebaut. Allerdings haben diese häufig einen entsprechenden Preis. Die Mieten liegen teils bei über 9 Euro pro Quadratmeter.

Den 250 Hauhalten, die - zum Teil auch vorsorglich - Bedarf für eine barrierefreie Wohnung angemeldet haben, ging es laut Verwaltung allerdings um öffentlich geförderte Wohnungen. Vor allem Menschen, die von Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung leben, könnten laut Verwaltung „nur in Ausnahmefällen, z. B. bei Schwerbehinderung, eine barrierefreie Wohnung beziehen.“ Grund: Zwischen dem Mietpreis für öffentlich geförderte Neubauwohnungen und dem den Mietkostenübernahmen im Rahmen der Sozialleistungen „klafft eine Lücke“, so die Verwaltung.

Erstmals seit 2007 liegen der Verwaltung nun wieder drei Bauvoranfragen von Investoren für die Errichtung von barrierefreiem, öffentlich gefördertem Wohnraum vor - an der Herzogstraße und neben der Martin Luther Kirche in Lohberg. Insgesamt sollen 62 Wohnungen entstehen, die Nettokaltmieten lägen bei höchstens 5,25 Euro pro Quadratmeter. Auch 24 der 72 Wohnungen am Wilhelm-Lantermann-Haus wurden mit öffentlicher Förderung errichtet.

Umfragen haben ergeben, dass die meisten barrierefreien Wohnraum in der Innenstadt oder Hiesfeld suchen. Am wenigesten ist Lohberg nachgefragt.

Eine professionelle Wohnraumanalyse, mit der auch bei potentiellen Investoren geworben werden könnte, will die Verwaltung in Auftrag geben.

Zudem soll es etwa Informationsveranstaltungen für Investoren geben, Gespräche mit Wohnungsbauunternehmen wurden aufgenommen, es sollen Konzepte zur Nachfolgenutzung ehemaliger Schulen, Kindergärten und anderer städtischer Gebäude geben.