125 Jahre Löschzug Dinslaken-Stadtmitte

Beim Festabend auf dem Podium (v.l.): Udo Walbrodt, Markus Schröter, Kai Laakmann, Lars Rentmeister, Dr. Michael Heidinger und Udo Zurmühlen.
Beim Festabend auf dem Podium (v.l.): Udo Walbrodt, Markus Schröter, Kai Laakmann, Lars Rentmeister, Dr. Michael Heidinger und Udo Zurmühlen.
Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
Was wir bereits wissen
Festwochenende an der Hünxer Straße lockte zahlreiche Besucher zur Feuerwehr. Auch die beiden Brandschutztage kamen gut an – trotz des schlechten Wetters

Dinslaken..  Als Nachtwächter Eduard Sachtje in seinem historischen Outfit am Freitag so durch die Reihen schritt, da fühlten sich die Gäste im eigens für den Festakt zum 125-jährigen Bestehen des Löschzugs Stadtmitte bereitgestellten Zelt an der Hünxer Straße ein wenig in die Zeit zurück versetzt, in der die Menschen aufkommenden Bränden noch relativ machtlos gegenüber standen. 1717 zum Beispiel, da sei die Dinslakener Stadtkirche abgebrannt, und es war ein Glücksfall, dass das Feuer nicht noch auf die gegenüberliegenden Häuser übergriff und die Stadt noch größeren Schaden davongetragen hat, berichtete Sachtje. Verheerende Brände habe es damals viele gegeben, unter anderem in Schermbeck oder Krudenburg. Wer zu Hilfe eilte, das waren häufig Nachbarn.

1890 schließlich, vor 125 Jahren, da gründete sich der Löschzug Stadtmitte der Feuerwehr Dinslaken und zählt damit zu den ältesten in der Region. Heute engagieren sich dort rund 50 Ehrenamtler. Viele von ihnen hatten in den letzten Wochen neben dem laufenden Dienst im Löschzug, der darunter natürlich nicht leiden durfte, viel Zeit und Mühe in die Vorbereitungen des Festwochenendes investiert, wie Moderator Kai Laakmann den anwesenden Gratulanten aus Politik, Gesellschaft und Verwaltung erzählte.

Eine ausführliche Festrede seitens des Löschzugs gab es nicht - dafür hatte Kai Laakmann eine kurzweilige Podiumsdiskussion organisiert und holte neben Dinslakens Bürgermeister Dr. Michael Heidinger auch Udo Walbrodt, ehrenamtlicher Leiter der Feuerwehr Dinslaken, Markus Schröter, Zugführer des Löschzugs Stadtmitte, Lars Rentmeister, Leiter des Vorstandsbereichs Sicherheit und Ordnung im Weseler Kreishaus, und Kreisbrandmeister Udo Zurmühlen zu sich auf die Bühne.

Die Teilnehmer berichteten von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Feuerwehr, von einschneidenden Erlebnissen und der wie im Fall von Udo Zurmühlen, der mittlerweile 39 Jahre in seinem Löschzug aktiv ist, noch immer vorhandenen Motivation, Menschenleben zu retten und zu helfen. Michael Heidinger stellte insbesondere die feste Verankerung der Feuerwehr innerhalb der Dinslakener Gesellschaft und das starke ehrenamtliche Engagement in den Vordergrund und sicherte auch für die Zukunft die volle Unterstützung für die Rettungskräfte zu.

Lob gab es auch von Seiten der NRW-Landesregierung: Innenminister Ralf Jäger (SPD) hatte den Löschzug mit einer Urkunde ausgezeichnet, Gastgeschenke und Glückwünsche überbrachten zudem der Lohberger Knappenverein und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). Nach dem offiziellen Teil lud die Kölner Band „Buuredanz“ zum Tanz ein.

Bürgermeister Heidinger zog zum Abschluss des Festakts ein sehr positives Resümee über die Entscheidung, die neue Feuerwache an der Hünxer Straße zu errichten: „Das war eine bewusste Entscheidung, mit der wir ein Zeichen in Richtung Sicherheit, aber auch in Richtung Kreativität für diesen Standort setzen wollten. Unsere Feuerwache gehört architektonisch zu den interessantesten in Deutschland und wird oft als Beispiel für ein gelungenes Bauwerk genommen.“

Am Samstag gingen die Feierlichkeiten mit einem großen Brandschutztag mit Übungen für den Ernstfall unter Mitwirkung von DLRG, Polizei und Rettungshundestaffel sowie der Kreisdelegiertentagung der Feuerwehren im Kreis Wesel weiter, Comedian Roland Donner alias Olaf Overbiss warb für die Teddybär-Aktion der Feuerwehr. „Viele Kinderaugen haben geglänzt und ich denke, auch einige Erwachsene konnten ihrem Traum von der Feuerwehr näher kommen“, sagte Christoph Jonkmanns vom Löschzug Stadtmitte, der sich auch noch einmal bei allen Helfern und Partnern des Wochenendes bedankte.

Nach einem stimmungsvollen Abend mit bayrischer Musik am Samstag bildete ein großer Festumzug vom Hagebaumarkt Stewes in Richtung Feuerwache, an dem rund 500 Personen teilnahmen, gestern den Abschluss des Wochenendes. Löschzugführer Markus Schröter war rundum zufrieden: „Ich denke, die Feierlichkeiten werden vielen noch lange in Erinnerung bleiben, das war eine wunderbare Abwechslung.“