Zweigleisige Sanierung

Tunnelsanierung auf der Oberen Ruhrtalbahn..  In seinem Schreiben an DB-Chef Dr. Rüdiger Grube fordert Ralf Kersting, Unternehmer aus Olsberg und Präsident der IHK NRW, die unbedingte zweigleisige Sanierung des Glösinger- und Freienohler Tunnels auf der Oberen Ruhrtalbahn. Der Elleringhäuser Tunnel findet in seiner Stellungnahme keine Erwähnung. Das ist einleuchtend, wenn man bedenkt, dass u.a. auch die IHK Arnsberg, der Ralf Kersting ebenfalls als Präsident vorsteht, der Bahn das großzügige Angebot unterbreitet hat, auf die zweigleisige Sanierung dieses Tunnels zu verzichten! Diese Offerte ist einfach unfassbar. Allein schon aus „nahe liegenden“ Gründen – das Unternehmen des IHK-Präsidenten hat seinen Standort unterhalb dieser Bahnstrecke unweit des Elleringhäuser Tunnels – ist eine solche Einstellung mehr als erstaunlich und enttäuschend.


Es ist widersinnig und in sich widersprüchlich, öffentlichkeitswirksam die Vermeidung von „weiteren Zwangspunkten“ auf dieser Strecke zu fordern und gleichzeitig der Bahn AG das Angebot zu unterbreiten, auf die zweigleisige Sanierung dieses Tunnels zu verzichten. Das ist völlig absurd! Denn bei einem entsprechenden Verzicht würde der größte und zudem ein gefährlicher Zwangspunkt (Länge und Gefälle) auf dieser Strecke tatsächlich neu geschaffen! Wie will man das begründen?


Bei der oft und gerne von Politikern und Verbänden öffentlich vorgetragenen Forderung nach einer durchgängigen Zweigleisigkeit der Oberen Ruhrtalbahn handelt es sich dann um reine Lippenbekenntnisse. Sie hätte sich bei Annahme dieses der Bahn vorgetragenen Angebots ohnehin ein für alle Mal erledigt. Aber so weit darf es nicht kommen!


Für die Sauerländer und all diejenigen, denen ernsthaft am Bestand und einer zukunftsfähigen Entwicklung dieser Bahnstrecke gelegen ist, kann es deshalb nur folgende Forderungen an die Entscheidungsträger der Bahn, Reiner Latsch und Heinrich Segbers sowie in erster Linie an DB-Vorstandschef Dr. Rüdiger Grube, geben: Alle drei Tunnel müssen zweigleisig saniert werden! Es handelt sich hier um Bauvorhaben mit einer Nachhaltigkeit von mindestens 100 Jahren. Es gilt, dass die jetzt zu treffenden Entscheidungen aus dann berechtigten Kostengründen in diesem Zeitraum nicht revidierbar ist! Jetzt eingleisig, anno 2120 eingleisig. Wenn dann überhaupt noch.


Außerdem müssen die Profile bzw. die Durchfahrhöhen der Tunnel so verändert werden, dass eine (spätere) Elektrifizierung möglich ist. Ohne diese baulichen Maßnahmen gilt auch hier, dass eine notwendige Elektrifizierung dieser Bahnstrecke in den nächsten 100 Jahren ausgeschlossen ist.


Selbstverständlich sind diese Maßnahmen mit hohen Kosten verbunden, die sich aber relativieren, wenn man sie auf einen Zeitraum von mindestens 100 Jahren hochrechnet.


Hans-Georg Hengsbach,

Gevelinghausen

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