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Tierschutz

Zwei Tierärzte aus Brilon helfen in Santo Domingo

30.10.2009 | 18:35 Uhr
Zwei Tierärzte aus Brilon helfen in Santo Domingo

Brilon. Die beiden Briloner Tierärzte, Ralf Martini und Claudia Brettermann sowie die Helferin Christin Kruse werden sich in die Dominikanische Republik aufmachen. Sie wollen dort einen besonderen Beitrag zum Tierschutz leisten.

Weiße Strände, Palmen, Sonne pur. Ein Traumland, ein Paradies: Jedenfalls für den, der beim Reisebüro 14 Tage „all inclusive” Dominikanische Republik bucht. Doch das Leben hinter den Toren der Hotelburgen sieht anders aus.

Während die Menschen oft an der Armutsgrenze leben, fristen die Tiere nicht selten ein Dasein zwischen Sein oder Nichtsein. Es gibt viele Hunde dort. Zu viele. Und dementsprechend groß ist das Elend. Es sind sogenannte kreolische Hunde, oft bis auf die Knochen abgemagert, mehr Straßenköter als bester Freund des Menschen. Meistens krank, voller Geschwüre, verletzt von Kämpfen mit Artgenossen. Der kreolische Hund gleicht dem englischen Beagle, fast dem Olper Bracken, mit einem braun-weißen Fell.

Am 17. Dezember geht es los

Die Briloner Tierärzte, Ralf Martini und Claudia Brettermann sowie die Helferin Christin Kruse kennen die unwürdigen Zustände des Inselstaates, der zwischen Karibik und Atlantik gelegen ist. Sie werden sich am Dienstag, 17. Dezember, von Frankfurt aus nach Santo Domingo, der Hauptstadt der „Dom Rep” aufmachen. Mit in ihrem Gepäck: Jede Menge Instrumentarium, Nahtmaterial, Narkosemittel, Infusionen.

Sie haben sich vorgenommen, in zehn Tagen rund 100 Hündinnen oder auch Rüden zu kastrieren. „Es ist das beste Mittel, der Population Herr zu werden”, sagen die beiden Tierärzte unisoo. Alles, Flug, Material, Arbeit, einfach alles, bezahlen sie aus eigener Tasche. Denn Geld für solche Aktionen gibt es nicht.

Kontakt zu Hilfsorganisationen

Eine einzige Hündin ist in der Lage, in sechs Jahren bis zu 320.000 Welpen zu werfen. Diese Zahl ist natürlich extrapoliert, dürfte aber trozdem der Wirklichkeit entsprechen, auch wenn man die Welpensterblichkeit wieder herausrechnen müsste. Ralf Martini: „Eine Hündin wird mit acht Monaten zum ersten mal läufig. Dann wirft sie. Danach werfen die Jungen, dann wieder deren Junge usw. usw.”

Die beiden Tierärzte haben schon länger Kontakt zu Hilfsorganisationen vor Ort. Zum einen ist es die „Associacio´n de los Amigos por los Animales de Sosua” und zum anderen die „Associacio´n de los Amigos de Lucky” sowie die deutsche Organisation „Verein zur Förderung des kreolischen Hundes e.V.”.

Rollender OP schon unterwegs

Der deutsche Tierarzt Thomas Busch arbeitet bereits seit Jahren in Entwicklungsländern und betreibt mit einem Kastrationsprojekt echte Hilfe. In Berlin lernten die Briloner Veterinäre die beiden Gründer des deutschen Hilfsvereins kennen. Schnell wurde man sich einig, dass Martini und Brettermann dem Tierschutzgedanken verpflichtend helfen würden. Es wurde von Spenden ein Van-Auto gekauft und mit Medikamenten vollgepackt. Der rollende OP ist mit dem Schiff bereits unterwegs in die Karibik.

Was ist die Intention der beiden Tierärzte für einen solchen Einsatz? „Vor Ort zu helfen, ist die beste Lösung”, sagt Ralf Martini, und seine Kollegin Brettermann ergänzt: „Unsere Tierheime sind übervoll. Vor allem sollen Touristen es lassen, Tiere mit nach Deutschland zu bringen.” Und das fällt umso leichter, wenn das Elend in der Dom. Rep. zurück geht. Denn auch Straßenköter haben eine Seele.

Paul Rötz

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