Zukunft für Jung und Alt lebenswert gestalten

Gute Bedingungen für Jung und Alt - das ist das Ziel vieler Städte angesichts der demografischen Entwicklung.
Gute Bedingungen für Jung und Alt - das ist das Ziel vieler Städte angesichts der demografischen Entwicklung.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Winterberg führt einen Demografie-Check ein - bei allen Entscheidungen sollen die Auswirkungen auf die Dörfer mitberücksichtigt werden.

Altkreis Brilon.. Vor allem die Zukunft der Dörfer stellt die Städte im Altkreis vor große Herausforderungen. Wir werden älter und wir werden weniger - das ist die Kernaussage des demografischen Wandels. Jede Entscheidung kann Auswirkungen auf die Entwicklung vor Ort haben - deshalb soll der demografische Aspekt berücksichtigt werden. Aus diesem Grund hat der Rat der Stadt Winterberg in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen so genannten Demografie-Check einzuführen. „Zunächst für ein Jahr auf Probe“, erklärt Projektleiterin Gerda Schütte. „Wir werden sehen, wie es sich bewährt und ob die Sensibilisierung gelingt.“

Konkret bedeutet das: „Bei allen Vorhaben sollen auch die Auswirkungen auf die demografische Entwicklung mitberücksichtigt werden“, so Schütte. Zur Checkliste gehören Fragen nach der Förderung von Arbeitsplätzen und dem Erhalt von Bildungsangeboten ebenso wie die Sicherung der medizinischen Versorgung. Die Mitarbeiter im Rathaus, in den städtischen Betrieben und die Mitglieder der politischen Gremien sollen anhand der Checkliste prüfen, wie hoch die Auswirkungen auf die lebenswerte Zukunft der Dörfer und der Kernstadt sind und Vorschläge gegebenenfalls überdenken und nach Alternativen suchen. „So soll das Bewusstsein von Mitarbeitern, Rat und Ausschüssen geschärft werden“, sagt Bürgermeister Werner Eickler.

Lebensqualität

Er nennt ein Beispiel aus der Vergangenheit: Eltern forderten, dass die Stadt die Zuschüsse für den Transport ihrer Kinder zur Schule im nächsten Ort erhöht. Dem kam die Kommune nach. Bei solchen Fragen kann der Check helfen: „Diese Entscheidung hat große demografische Auswirkungen, da die Versorgung ein wichtiger Faktor für die Lebensqualität und damit auch für die Attraktivität des Ortes ist“, so Eickler. „Genau die wollen wir erhalten und fördern.“ Dabei geht es unter anderem um seniorengerechtes Wohnen und gute Bedingungen für junge Familien.

„Der Check ist ein Mosaiksteinchen in unserem demografischen Entwicklungsprozess“, erklärt Eickler. Damit ist Winterberg ein Vorreiter im Altkreis. In der Briloner Stadtverwaltung ist die Frage demografische Entwicklung ebenfalls präsent - aber kein Standard. 2013 wurde ein Demografie-Bericht mit vielen Anregungen fertiggestellt. „Der soll für die tägliche Arbeit der Verwaltung genutzt werden“, erklärt Reinhold Huxoll, Beigeordneter der Stadt Brilon. „Es ist wichtig, dass die demografischen Faktoren berücksichtig und abgewogen werden.“ Vor allem bei Investitionen in die Zukunft werde darauf geachtet - besonders in Bereichen wie Kinder, Schulen und Senioren.

Für diese Themen ist in Medebach bereits seit fünf Jahren der Ausschuss für Demografie, Kultur, Jugend und Sport zuständig. In vielen kleinen und größeren Maßnahmen wie abgesenkte Bürgersteige, Ruhebänke oder Ausbau des Ganztagskindergartens wolle man dem demografischen Wandel begegnen, so Vorsitzende Ursula Sengen.