Ziel ist es, den Spaß am Lernen zu erhalten

Schulleiter Christoph Kleinsorgen, Klassenlehrerin Theresa Lange und Träger-Geschäftsführer Fabian Schmidt (von links) beantworteten beim Infoabend in Wiemeringhausen die Fragen interessierter Eltern.
Schulleiter Christoph Kleinsorgen, Klassenlehrerin Theresa Lange und Träger-Geschäftsführer Fabian Schmidt (von links) beantworteten beim Infoabend in Wiemeringhausen die Fragen interessierter Eltern.
Foto: Polzer
Was wir bereits wissen
Die geplante Montessori-Schule und der Ablauf in Wiemeringhausen nehmen mehr und mehr Gestalt an.

Wiemeringhausen..  Für das Projektteam und die Pädagogen war es der erste echte Test: Wie groß ist das Interesse von Eltern an der geplanten Montessori-Grundschule in Wiemeringhausen? Nach Monaten der Planung, der Arbeit am Konzept und am Antrag für die Bezirksregierung hatten die Macher der neuen Schule zum Infoabend eingeladen. Der Zuspruch gab ihnen Recht: Mit rund 80 Besuchern war die Aula der Schule am Präsident-Keil-Platz voll besetzt. Und im Gegensatz zu vorherigen Veranstaltungen, bei denen der jeweils aktuelle Planungsstand vorgestellt wurde, gab es diesmal ganz konkrete Informationen, vor allem für die interessierten Eltern.

Pädagogisches Team vorgestellt

Mit Schulleiter Christoph Kleinsorgen aus Olsberg und Klassenlehrerein Theresa Lange aus Züschen stellte sich das pädagogische Team der Schule vor. Ihnen steht demnächst noch eine Sonderpädagogin mit Montessori-Diplom zur Seite. Theresa Lange absolviert gerade ihre Weiterbildung mit Abschluss Montessori-Diplom und arbeitet derzeit noch an der Grundschule am Burghof in Marsberg. Den neuen Schulleiter motiviert vor allem das Engagement der Projektteams. „Mich hat beeindruckt, mit welchem Engagement die Dorfgemeinschaft die Schule neu beleben möchte“, sagte Christoph Kleinsorgen.

Für die Eltern gab es auch intensive Einblicke in die Montessori-Pädagogik. Ulrike März, pädagogische Leiterin der Montessori-Grundschule in Salzkotten, berichtete in einem Vortrag aus ihrer Arbeit und stellte den Alltag an einer Montessori-Grundschule vor. Die Schule in Salzkotten gibt es seit fünf Jahren. Die Gastreferentin konnte auch die Frage vieler Eltern beantworten, wie den Kindern der Übergang von einer Montessori-Grundschule auf die weiterführenden Schulen gelingt. „Das klappt in allen Schulformen problemlos. Und wir bekommen die Rückmeldung, dass unsere Kinder in der Regel selbstständiger arbeiten können als Kinder von anderen Grundschulen.“ Diese Erfahrung wird gestützt durch eine wissenschaftliche Studie aus den USA. Dort stellten Psychologen im Jahr 2006 fest, dass Montessori-Kinder ein besseres Sozialverhalten zeigen als gleichaltrige andere Kinder. Außerdem, so heißt es in der Studie, haben sie überdurchschnittliche Fähigkeiten im Lesen und Rechnen.

Ein Klassenraum der Grundschule in Wiemeringhausen war am Mittwoch bereits als Montessori-Klassenraum hergerichtet. Typisch ist das Lernmaterial, das Maria Montessori erstmals vor über 100 Jahren entwickelte. In der so genannten Freiarbeit erarbeiten sich die Kinder den Lernstoff mit Hilfe des Materials selbst und können die Ergebnisse gleich selbstständig kontrollieren. Typisch für eine Montessori-Grundschule ist auch der jahrgangsübergreifende Unterricht. Für die neue Grundschule in Wiemeringhausen bedeutet heißt das, dass gleich zum Unterrichtsbeginn nach den Sommerferien Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse aufgenommen werden können.

Nicht den Spaß nehmen

Schulleiter Christoph Kleinsorgen betonte den wesentlichen Vorteil, den er in der Montessori-Pädagogik sieht: „Jedes Kind will doch lernen. Unser Ziel ist es, den Spaß am Lernen zu erhalten. Anders als andere Grundschulen haben wir aber keine Zwänge, die die Kinder reglementieren und ihnen den Spaß nehmen.“

Eine wichtige Frage der interessierten Eltern war auch die nach den Eigenbeiträgen. Da privat getragene Schulen nicht zu 100 Prozent vom Land NRW refinanziert werden, müssen die Eltern selbst einen Beitrag zahlen. Dieser wird in Wiemeringhausen einkommensabhängig gestaffelt sein und liegt unter dem Satz des Kindergartenbeitrags der Stadt Olsberg für eine Buchung von 35 Stunden Betreuung pro Woche.

Nach dem Erfolg des Infoabends in Wiemeringhausen sind für die kommenden Wochen weitere Veranstaltungen in den Nachbarstädten geplant. Anmeldungen für das Schuljahr 2015/2016 sind schon jetzt möglich. Das Anmeldeformular sowie weitere Informationen und das ausführliche pädagogische Konzept der Montessori-Grundschule gibt es im Internet auf www.mowie.org.