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"ZEUS erweitert den Horizont"

24.09.2008 | 16:06 Uhr
"ZEUS erweitert den Horizont"

Brilon. Mit ihrem Engagement hat sie selbst Bundespräsident Köhler bei seinem Besuch in Brilon überzeugt. Ute Hachmann leitet die Stadtbibliothek Brilon und verrät im Interview, welch wichtige Rolle Zeus bei jungen Menschen einnimmt.

Westfalenpost: Wie gefällt Ihnen Zeus?Ute Hachmann: Sehr gut. Nur wenn Jugendliche „live” erleben, was die Redaktionsarbeit ausmacht, werden sie es zu schätzen wissen. Zeus ist für Jugendliche Horizont erweiternd. Die Auseinandersetzung mit Themen, mit denen sie im täglichen Leben eher nicht in Berührung kommen würden, macht es spannend.

Frage: Welchen Beitrag leistet Zeitung zur Leseförderung?Hachmann: Hier kann ich ein Beispiel erzählen. Die Stadtbibliothek Brilon lädt alle fünften Klassen zum Programm „Recherche-Profi” ein. Dabei geht es darum, wo man am besten Informationen bekommt. Ein Thema bei den Jungen ist Fußball. Bei Gesprächen mit Jugendlichen zeigt sich häufig, dass die örtliche Tageszeitung das Top-Medium ist, in dem sich die Jungen informieren. Das ist Leseförderung der besten Art!

Frage: Lesen Kinder und Jugendliche heute noch gerne?Hachmann: Viele Kinder und Jugendliche, die früh den Umgang mit Büchern gewöhnt sind, lesen gerne und leihen Bücher aus. Diesen Kindern ist oft viel vorgelesen worden, sie kennen Eltern als lesende Vorbilder. Bei fast allen Jugendlichen setzt mit Beginn der Pubertät ein „Leseknick” ein. Andere Medien schieben sich in den Vordergrund. In der Regel bleibt das Interesse an Büchern erhalten. Anders sieht es bei vielen Migrantenkindern und Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern aus. Die Kinder haben oft keine Bücher Zuhause. Ihnen wird nicht vorgelesen.

Frage: Sind bei den Kindern heute Klassiker wie „Hanni und Nanni” noch gefragt?Hachmann: Lieblingsbücher oder Lieblingsgenres unterscheiden sich stark bei Schülern der Grundschulen und der weiterführenden Schulen. Während in der Grundschule bei Mädchen Familiengeschichten und Pferdebücher beliebt sind, greifen sie in der weiterführenden Schule zu Liebesgeschichten und fantastischen Büchern. Jungen greifen gerne zu Büchern über Sachthemen und sind Krimi- und Abenteuerleser. Klassiker wie „Hanni und Nanni” bieten wir in der Bibliothek auch an. Sie werden eigentlich nicht von den Kindern ausgeliehen, sondern von Mütter, die die Bücher früher gelesen haben.

Redaktion

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