Würdigung eines Marsberger Wohltäters

Friedhelm Bracht (re.) und Detlev Steinhoff (li.) vom Förderverein Historisches Obermarsberg mit dem Ölporträt des Ehrenbürgers Karl Friedrich Hein.
Friedhelm Bracht (re.) und Detlev Steinhoff (li.) vom Förderverein Historisches Obermarsberg mit dem Ölporträt des Ehrenbürgers Karl Friedrich Hein.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Förderverein Historisches Obermarsberg präsentiert eine Sonderausstellung „85 Jahre Ehrenbürger von Obermarsberg Karl Friedrich Hein“. Er ist noch heute als Wohltäter im Ort bekannt.

Obermarsberg..  „Wo ich A gesagt habe, sage ich auch B bis Z!“: Unter diesem Zitat eröffnet der Förderverein Obermarsberg am Freitag, 17. April, um 17 Uhr im „Haus der Geschichte und der Begegnung“ im Heimatmuseum der Stadt Marsberg die Sonderausstellung „85 Jahre Ehrenbürger von Obermarsberg Karl Friedrich Hein“. „Wir möchten mit dieser Ausstellung einem großen Obermarsberger Ehrenbürger Danke sagen für all das, was Karl Friedrich Hein und die KF-Stiftung in all den Jahren für Obermarsberg geleistet hat“, so die Organisatoren.

Betrachtet man das Leben Karl Friedrich Heins auf der Grundlage seiner Biografie und aus der Sicht eines Obermarsbergers, dann stellt man eine gewisse Regelmäßigkeit fest. Nach seiner Schulzeit als ein sehr guter Schüler, macht er eine Lehre, wechselt den Betrieb, bleibt aber der Büroarbeit im Steinkohlenbetrieb treu, macht Karriere, erhält Procura und wird schließlich einer von drei Geschäftsführern in der niederländischen Steinkohlenhandelsvereinigung, obwohl er in seiner Jugend von Abenteuern geträumt hat. Als er sich aus Gesundheitsgründen zurückzieht, nimmt er einen Platz im Aufsichtsrat ein.

Begeisterter Sportler

Fast ebenso regelmäßig wie sein Aufstieg bis zum Direktor der „Steenkolen Handelsvereinigung zu Utrecht“ läuft auch seine Lebensweise ab. Er ist ein Mann strenger Normen und Werte, so heißt es in seiner Biografie.

Schon in seiner Kindheit ist er ein begeisterter Sportler. Reiten, Tennis, Ski. In der Schweiz stürzt er dabei sogar einmal in eine Gletscherspalte. Im Rahmen seiner Möglichkeiten führt er jedoch ein einfaches und bescheidenes Leben.

Er kümmert sich um seine Verwandtschaft. Vor allem seinen Nichten und Neffen lässt er immer wieder Geld zukommen, auch wenn er mit ihren Lebensstil nicht einverstanden ist. Sein Leitspruch: Menschen mit Geld lassen sich leicht zu Verschwendung, Geiz, Größenwahn und Hochmut verleiten.

Obermarsberg hat Karl Friedrich Hein viel zu verdanken, denn er übernimmt Verantwortung für die Gemeinschaft. So wird er im Stammland seiner Eltern auch heute noch als Wohltäter gesehen.

1916 lässt er über seinen Bruder Otto den größten Teil des ehemaligen Klosters in Obermarsberg kaufen. Er baut in der Nähe eine Mühle, damit die Bauern und die kleinen Leute mit ihren Handwagen den mühevollen Weg ins Glindetal nehmen müssen. Als die Mühle aufgrund des Stromverbrauchs zu viel Verlust macht, wird vorgeschlagen, eine Jugendherberge daraus zu machen. Doch Hein lehnt ab, weil es dann mit der Ruhe vorbei sei.

Beträchtliches Vermögen

Daneben spendet er den Kindern und Kranken der Stadt 500 Goldmark. Auch der Stadt lässt er Geld zukommen. Für den Bau einer Schützenhalle, die heute noch Bestand hat, spendet er 100 000 Reichsmark. Er tritt dabei als Geldgeber nie in den Vordergrund, hat jedoch im Hintergrund alle Fäden in der Hand und sein Einfluss reicht bis zur Bestimmung der Mitglieder des Schützenvorstandes. Auch bei der Einweihungsfeier wollte sich die Familie im Hintergrund halten. Ein einfaches Dankwort sei mehr als genug. Die lokalen Autoritäten entscheiden jedoch anders. Der Stadtrat beschließt, ihm die Ehrenbürgerschaft zu verleihen. Seiner Art entsprechend findet der Akt im kleinen Kreis im Stift statt.

Sein beträchtliches Vermögen brachte Karl Friedrich 1938 in eine Stiftung ein. Im Jahre 2011 nahm die Karl-Friedrich-Hein-Stiftung Auszahlungen von rund 2,5 Millionen Euro überwiegend im Bereich Utrecht vor. Davon wurden u.a. für den Denkmalschutz 102 000 Euro, für Kultur und Volksentwicklung über eine Million Euro, für gesellschaftliche und soziale Zwecke 203 000 Euro ausgegeben.

Restaurierung unterstützt

Auch der Förderverein Historisches Obermarsberg hat mit einer Hilfe von 20 000 Euro für die Restaurierung der Stadtmauer und des Wasserturms partizipiert. Die Schützenbruderschaft erhielt für Renovierungsarbeiten an der Schützenhalle in den Jahren 2008/09 ebenfalls 20 000 Euro.

Einmal im Jahr tagt der Familien- und Stiftungsrat in Erinnerung an Karl Friedrich im Stift von Obermarsberg. Noch heute besteht eine enge Verbindung zwischen den Vereinen von Obermarsberg und der Stiftung, forciert durch Sigurd Born, den Großneffen von Karl Friedrich Hein. Er wirkt auch aktiv im Vorstand des Fördervereins Historisches Obermarsberg mit.

Die Schützenhalle wird für das Schützenfest, aber auch zu anderen Festivitäten genutzt und vom Schützenverein auch mit Hilfe der Stiftung gepflegt und instand gehalten.

Die Verbindung Obermarsberg und Heinsche Stiftung ist gerade in den letzten Jahren wieder aufgelebt - das ist ein Verdienst des Großneffen Sigurd Born. „Er führt diese Arbeit ganz im Sinne und im Gedenken an seinen wohltätigen und auch weitsichtig denkenden Großonkel fort“, so der Förderverein.