Wohin steuert die Stadt Brilon, Herr Bürgermeister?
06.11.2009 | 17:38 Uhr 2009-11-06T17:38:00+0100
Brilon. Am Donnerstag, 12. November, findet um 19 Uhr im großen Saal des Kolpinghauses eine öffentliche Informationsveranstaltung zu einem neuen Einzelhandelskonzept für die Stadt Brilon statt. Die WP sprach mit Bürgermeister Franz Schrewe über das Gutachten.
Frage: Es hat in den vergangenen Jahren mehrere Einzelhandels-Untersuchungen gegeben. Sind die nicht mehr zu verwerten?
Franz Schrewe: Auf das zurzeit vorliegende Econ-Gutachten zu Struktur und Enwicklungschancen Brilons als Einkaufs- und Dienstleistungsstandort kann aufgrund seines Alters - es stammt aus 1990 - nicht mehr zurückgegriffen werden. Das Gutachten der GWB Mafo im Rahmen der Diskussion um die Ansiedlung eines Kaufhauses beschränkte sich nur auf Waren der kurzfristigen Bedarfs wie Lebensmittel, Bücher, Presse, Kosmetik, die Briloner in anderen Städten kaufen.
Frage: Wozu soll das neue Gutachten dienen?
Schrewe: Es dient zur Steuerung des Einzelhandels. Das umfasst die Abgrenzung der zentralen Versorgungsbereiche, die Erstellung von Sortimentslisten und den Umgang mit Leerständen. Wir erhalten mit dem Gutachten eine Stadtbildanalyse, die als Ausgangspunkt für die zukünftige Planung und Entwicklung des Einzelhandels verwendet werden soll.
Sie dient zur Sicherung des Einzelhandels über die Bauleitplanung und zur Feststellung von zentralen Versorgungsbereichen. Ohne ein Einzelhandelsgutachten bekommt die Stadt keine Zustimmung der Bezirksregierung zu Bauvorhaben im großflächigen Einzelhandel.
Frage: Welche Daten werden erhoben?
Schrewe: Der Handel wird zum Warenangebot, zur Betriebsentwicklung, zur Beurteilung des Einkaufsangebotes sowie zu den Veranstaltungen im Laufe des Jahres wie Brilon blüht auf oder Autosalon gefragt. Den Einwohnern werden Fragen nach ihrem Einkaufsverhalten und der Erreichbarkeit der Läden gestellt. Außerdem sollen sie das örtliche Angebot und die Veranstaltungen beurteilen.
Frage: Wer wird alles befragt?
Schrewe: Der komplette Einzelhandel, dazu 2 500 zufällig ausgewählte Einwohner über 18 Jahren und Kunden.
Frage: Was kostet das Gutachten?
Schrewe: 28 350 Euro zuzüglich der Kosten für Info-Veranstaltung, das Porto für die Befragung und so weiter.
Frage: Was erwartet die Politik von dem Gutachten?
Schrewe: Aufgrund der Strukturveränderungen im Einzelhandel der Stadt Brilon in den letzten Jahrzehnten ist eine Überprüfung der Ausgangssituation und der zukünftigen Entwicklungschancen nötig. Als Ziel der Untersuchung sollen mit den aktuellen Daten Leitlinien für eine bedarfsgerechte Versorgung der Bevölkerung zu künftigen Standortfragen der Einzelhandelsentwicklung erarbeitet werden.
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