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"Wo bleiben der freie Elternwille und die freie Schulwahl?"

26.09.2008 | 15:33 Uhr
"Wo bleiben der freie Elternwille und die freie Schulwahl?"

Marsberg. (ad) „Wo ist der freie Elternwille und somit die freie Schulwahl, die durch die Aufhebung der Schulbezirksgrenze vom Ministerium zugesichert wurde, wenn Schulen nicht mehr Schüler aufnehmen dürfen, als ihre festgelegte Zügigkeit erlaubt?”, hinterfragten die Eltern auf ihrem großen gelben Transparent die Schulentwicklungsplanung der Stadt.

Rund 30 Eltern und Lehrer von Grundschulkindern der Gemeinschaftsgrundschule Diemeltal Niedermarsberg gaben so ihre Sorge am Mittwochabend in der Sitzung des Schulausschusses im Rathaus kund.ie Schulentwicklungsplanung für die Grundschulverbünde und die Gemeinschaftsgrundschule Diemeltal Niedermarsberg stand in der Schulausschusssitzung zur Beratung an. In den Schulen sind insgesamt ca. 186 Anmeldungen von Lernanfängern zu erwarten. Der Schulentwicklungsplan geht von gleichmäßigen Klassenstärken bis zu 28 Schüler aus. Der Schulträger kann durch Regelungen zur Zügigkeit der Schulen Schülerströme lenken, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.  Der Grundschulverbund Marsberg-Erlinghausen soll dreizügig sein, der Grundschulverbund Giershagen-Beringhausen zweizügig, der Grundschulverbund Meerhof-Essentho-Westheim auch zweizügig und die Gemeinschaftsgrundschule Diemeltal einzügig.

Diskussion um einzügigeDiemeltal-Grundschule „Und was ist, wenn mehr als diese 28 Kinder eine Klasse unserer Gemeinschaftsgrundschule besuchen wollen? Sollen wir dann sagen, nein, das geht nicht, wenn die Einzügigkeit erst einmal beschlossen ist?” empört sich die Schulpflegschaftsvorsitzende der GGS Diemeltal, Michaela Deckenhoff, im Gespräch mit der WP. „Und was ist, wenn die Schülerzahl mal nicht erreicht wird? Ruckzuck wird die Schule auf einmal ganz geschlossen”, sorgt sie sich um den Fortbestand der Schule. Die Schulkonferenz der Diemeltal-Grundschule stellte den Auftrag auf eine gesicherte Einzügigkeit mit der Option, bei Bedarf (Elternwille) in einzelnen Jahrgängen zweizügig zu fahren. Bernd Sieren (SPD) schlug vor, die Zügigkeit der Diemeltal-Grundschule auf eineinhalbzügig und die der Gemeinschaftsgrundschule Meerhof-Essentho-Westheim auf zweieinhalbzügig zu erweitern. Da auch dort befürchtet werde, dass die Zweizügigkeit nicht genüge, mit der Option auf Erweiterung. Johannes Schröder (Grüne) hinterfragte, ob es für einen weiteren Klassenzug überhaupt Bedarf gebe, möchte aber auch die Wahlfreiheit der Eltern belassen sehen. Frank-Peter Folcz (CDU) stellte den Antrag, die Angelegenheit ohne Empfehlung an den Rat weiterzugeben. Dem wurde einstimmig stattgegeben.

Verwaltung willkurzfristig reagieren In der Verwaltungsvorlage heißt es weiter, dass die Verwaltung die Entwicklung an den Schulen begleiten und kurzfristig reagieren will, sollte sich herausstellen, dass Engpässe entstehen, so dass nicht alle Kinder in der ihrem Wohnort nächstgelegen Grundschule unterrichtet werden können. Sollte an Standorten in Einzelfällen und für einzelne Jahrgänge auf Grund der wohnortnahen Anmeldungen eine Eingangsklasse unabdingbar mehr gebildet werden müssen, als nach der vorstehenden Zügigkeit grundsätzlich vorgesehen, kann die Schulleitung reagieren. Sie kann in Abstimmung mit der Schulverwaltung die zusätzliche Eingangsklasse einrichten. Voraussetzung ist, dass die räumlichen Ressourcen dies zulassen - aber auch in dem Falle nur, wenn durch die Schulaufsicht auch die erforderlichen zusätzlichen Lehrer bereitgestellt werden können. Das beruhigt Eltern und Lehrer der Diemeltal-Gemeinschaftsgrundschule nicht. Sie wollen sich nicht auf eine ungesicherte Einzügigkeit festlegen lassen. Darum laden sie den Bürgermeister Hubertus Klenner und die Ratsmitglieder nach den Herbstferien zu einem offenen Gespräch in die Diemeltalgrundschule ein.

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