„Wir sind eine Schule für alle Begabungen“

Karin Stolp, Schulleiterin der Sekundarschule Marsberg, in einem Klassenraum. Er ist verbunden mit einem Zwischenraum für den Differenzierungsunterricht mit dem nächsten Klassenraum.
Karin Stolp, Schulleiterin der Sekundarschule Marsberg, in einem Klassenraum. Er ist verbunden mit einem Zwischenraum für den Differenzierungsunterricht mit dem nächsten Klassenraum.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Jahr Sekundarschule in Marsberg. Grund für ein Resümee.

Marsberg..  Auf dem Schulflur herrscht absolute Ruhe. Fast so als seien schon Ferien. Bis jetzt besteht die teilintegrierte Sekundarschule Marsberg „nur“ aus Fünftklässlern und die absolvieren gerade auf dem Sportplatz die Bundesjugendspiele. Schulleiterin Karin Stolp atmet tief durch: Die Sekundarschule hat ihr erstes Jahr geschafft. Zeugnisse gibt es am Freitag. Und im neuen Schuljahr werden aus den Fünftklässlern Sechstklässler und neue Fünfer kommen hinzu.

Die Schulform ist neu. Realschüler, Hauptschüler und Förderschüler lernen gemeinsam. „Wir sind eine Schule für alle Begabungen. Wie eine Gesamtschule, nur ohne Oberstufe“, sagt die Schulleiterin. Hat sich das gemeinsame Lernen im ersten Praxisjahr tatsächlich bewährt? Stolp: „Ja. Wir haben uns ja gründlich vorbereitet.“ Seit einem Jahr ist die neue Schulform am Start.

Gemeinsam haben die 18 Lehrer und 103 Schüler, darunter vier Förderschüler, Neuland betreten: Tägliche gemeinsame Lernzeiten, in denen Schüler auch selbstbestimmt lernen, differenzierter Unterricht, Ganztagsschule. „Es war viel, viel Arbeit“, resümiert die Schulleiterin. Aber der Start der Sekundarschule sei „unbedingt gelungen“. Sie werde von den Schülern gut angenommen, ebenso von den Lehrern und Eltern. „Wir konnten eigentlich alle Ideen umsetzten. Mussten nur hier und da nachsteuern.“ Die Sekundarschule ist im Gebäude der Realschule untergebracht. Demnächst soll das auch ein Schild mit dem Schriftzug „Sekundarschule“ von außen deutlich machen.

Unterricht in vier Klassenräumen

Die vier Fünfer-Jahrgänge werden in vier Klassenräumen unterrichtet. Jeweils zwei Klassenräume sind durch einen dritten Zwischenraum miteinander verbunden. Der Zwischenraum ist nochmals aufgeteilt in zwei kleinere Einheiten. „Um hier die Kinder differenziert fördern zu können“, verdeutlich die Schulleiterin. „Dieses Angebot braucht natürlich mehr Raum, als ursprünglich eingeplant.“

Für die neuen Fünftklässler werden in den Ferien nochmals vier Klassenräume mit zwei Zwischenräumen hergerichtet. Deshalb werden die Jahrgänge 7 und 8 der Realschule im Hauptschulgebäude unterrichtet. Mit der Bildung der Sekundarschule laufen Realschule und Hauptschule aus. Dort gibt es seit dem Vorjahr keine fünften Jahrgänge mehr.

99 Fünftklässler werden nach den Sommerferien neu an der Sekundarschule starten. Mit ihnen vier weitere neue Lehrer und ein zusätzlicher Abteilungsleiter, der das Schulleiterteam komplettiert. 17 Schüler aus der Gemeinschaftsgrundschule in Westheim (elf aus Meerhof, sechs aus Essentho) werden zur Sekundarschule in Fürstenberg wechseln.

„Auf dem richtigen Weg“

Obwohl ja als Argument zur Gründung einer Sekundarschule für Marsberg immer auch von Seiten der Politik angeführt wurde, dass es eine Schule für alle Kinder im Stadtgebiet geben müsse, damit es keinen Grund mehr zur Abwanderung von Schülern in die Nachbarstädte gebe. Hat die Schule etwa ein Akzeptanzproblem? „Ganz und gar nicht“, so die Schulleiterin. Die Meerhofer und Essenthoer hätten traditionell eine enge Bindung zu Schulen in Fürstenberg.

Um die Sekundarschule in Marsberg macht sie sich keine Sorgen: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“