Wir brauchen Hebammen

E s wird ständig über den demografischen Wandel debattiert und dass Deutschland so kinderarm sei. Die Politiker suchen nach neuen Möglichkeiten, wie jungen Familien die Entscheidung für ein Kind finanziell schmackhaft gemacht werden kann. Wenn ich sehe, mit welchen Milliarden-Summen in der Gesundheitspolitik oft jongliert wird, kann ich die schon seit Jahren andauernde Debatte um die Unterstützung der freien Hebammen einfach nicht nachvollziehen. Für die Politik dürften die Beträge, um die es hier geht, eher „Peanuts“ sein, für die freien Hebammen dagegen sind sie überlebensnotwendig. Die gute, verständnisvolle Begleitung einer vertrauten Hebamme durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett kann auch zur Entscheidung für ein Kind beitragen; vor allem, wenn vielleicht schon eine erste traumatische Geburtserfahrung da war.

Vier Mal hatte ich die freie Wahl, mich zwischen einer Geburt zu Hause, im Geburtshaus oder in der Klinik zu entscheiden. Ich durfte vier Mal erleben, mich in einer absoluten körperlichen Ausnahmesituation völlig auf eine kompetente, liebevolle Hebamme verlassen zu können. Bei dringenden Fragen rund um dieses Bündel Mensch wusste ich stets auch nach regulären Arzt-Öffnungszeiten immer einen Ansprechpartner in gut erreichbarer Nähe. Oft reichte ja einfach nur ein bisschen Zuspruch und Mutmachen.

Vier Mal konnte ich bei meiner Hebamme vor Ort Vorbereitungs- und Rückbildungskurse besuchen, in denen sich neben viel Spaß und Informationen auch wichtige Freundschaften und Netzwerke ergeben haben, die mir bis heute gut tun. Diese beruhigende Sicherheit und Nähe durch meine freie Hebamme und die somit ungetrübte Erinnerung an diese einmalige, wunderbare Zeit - die wünsche ich meinen Kindern irgendwann auch.