Winterberger Hospital schreibt schwarze Zahlen

Christian Jostes auf dem Krankenhaus-Dach mit Blick auf Winterberg. Die Entwicklung des Hospitals ist sehr positiv.
Christian Jostes auf dem Krankenhaus-Dach mit Blick auf Winterberg. Die Entwicklung des Hospitals ist sehr positiv.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Zwei Jahre ist es her, da stimmte der Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals, Christian Jostes, den Verwaltungsrat und die Politik auf einen schwierigen und nicht billigen Umstrukturierungsprozess ein, um das Krankenhaus zukunftsfähig aufzustellen. Nun stellt sich der Erfolg ein.

Winterberg..  Zwei Jahre ist es her, da stimmte der Geschäftsführer des St. Franziskus-Hospitals, Christian Jostes, den Verwaltungsrat und die Politik auf einen schwierigen und nicht billigen Umstrukturierungsprozess ein, um das Krankenhaus zukunftsfähig aufzustellen. Am Donnerstag im Rat meldete er Vollzug: Das Hospital schreibt wieder schwarze Zahlen, die Eigenkapitalquote ist hoch, die Fremdmittel sind überschaubar. Nach einem Verlust 2013 von 473 000 Euro (davon 420 000 im Bereich MVZ, siehe Kasten), liegt der Gewinn 2014 im fünfstelligen Bereich.

„Die Umstrukturierung war notwendig“, so Jostes im Rat. Ein kleines Krankenhaus könne allein mit der Grundversorgung der Patienten betriebswirtschaftlich nicht mehr überleben. Dies sehe man an Beispielen in der näheren Umgebung. Deshalb sei der Schritt, sich medizinisch breiter aufzustellen, richtig gewesen. In der Tat, schließlich fließt deutlich mehr Geld in die Klinik-Kasse, wenn eine spezielle Leistung erbracht wird. Ein Rechen-Beispiel: Werden Leistungen der Grundversorgung wie eine Geburt oder ein akuter Herzinfarkt mit rund 1500 bzw. 1800 Euro vergütet, sind es bei einer Hüftendoprothese bereits fast 7000 Euro.

Klinikschließungen hält Christian Jostes gerade in Ballungsgebieten für erforderlich, da versage aber die Politik. „Die entzieht dem System stattdessen Geld und schaut zu, was passiert.“ Dies erhöhe somit den Druck auf kleine Häuser.

Chirurgie und Innere gut aufgestellt

Die angekündigte Einführung von neuen Qualitätsstandards sei grundsätzlich nicht schlecht, dabei dürfe es aber nicht nur um vorgeschriebene Mindestmengen von medizinischen Leistungen und unerfüllbare Strukturvoraussetzungen gehen, die wieder kleine Krankenhäuser vor Probleme stellen.

Auf einem qualitativ wie betriebswirtschaftlich gutem Weg sei wie schon vor zwei Jahren die Innere Medizin mit hohen Fallzahlen. Die einst als Schwachstelle diagnostizierte chirurgische Abteilung habe sich mit ihrem mittlerweile breiten Leistungsspektrum laut Jostes ebenfalls sehr gut aufgestellt und stütze den Aufwärtstrend des Hospitals nachhaltig. Auch weitere Steigerungen seien in der Zukunft nicht ausgeschlossen. „Wir waren noch nie so stark wie jetzt“, fasste es Jostes zusammen.

Der Geschäftsführer sowie der Verwaltungsrat-Vorsitzende Siegfried Kruse betonten die Bedeutung der Kooperation mit dem Krankenhaus in Korbach, dessen Geschäftsführung Christian Jostes ebenfalls inne hat. Die Kooperation sei notwendig, um medizinische Leistungen anbieten zu können, die in Winterberg alleine nicht gestemmt werden könnten.

Unverändert hoch sind die Personalkosten. Und dies bei einer engen Personaldecke. „Ich weiß, dass unsere Belegschaft am Limit ist. Wir sind sicher, trotzdem eine sehr gute Qualität abzuliefern.“ Umso mehr freut sich der Klinik-Chef auf die erste Absolventin des Stipendiaten-Programms, die am 1. Februar ihren Dienst als Assistenzärztin in Winterberg antreten wird. Abwarten müsse man die Auswirkungen der unklaren Landeskrankenhausplanung und der Gesundheitsreform 2016.

Reizvolles Kirmesgelände

Als reizvolle Fläche bewertete Jostes das angrenzende Kirmesgelände. Mehr wolle er dazu aber nicht sagen. Es bleibt also offen, ob im Verwaltungstrakt des Hospitals Expansionspläne reifen. „Es wird Zeit, wieder positive Botschaften über das Krankenhaus in die Öffentlichkeit zu senden“, schloss Jostes auch mit Blick auf das Bobbahn-Unglück, bei dem sein Team einen super Job gemacht habe.