Wie Urlaub in einer anderen Welt

Brilon/Togo..  Ein knappes halbes Jahr ist es nun schon her, dass ich mich am Frankfurter Flughafen von meiner Familie verabschiedete und mit meiner Mit-Freiwilligen Hannah in den Flieger nach Togo stieg. Monate, in denen ich schon viel erlebt, gelernt und vor allem ein zweites Zuhause gefunden habe.

Ich arbeite in Togo für ein Jahr als Freiwillige. Meine Entsendeorganisation in Deutschland ist der Sozialer Friedensdienst Kassel und meine Organisation hier vor Ort ist die Jeunesse-Sensibilisation-Action Togo (JSA). Die JSA ist eine kleine Organisation, die sich vor allem für Kinder in der ländlichen Region durch Aktivitäten wie den Bau und die Führung von Kindergärten, Weihnachtsgeschenkaktionen oder ähnlichem einsetzt.

Den ersten Monat verbrachten Hannah und ich in Lomé, der Hauptstadt Togos. Unsere Aufgabe dort war es zuerst einmal uns in Togo ein bisschen einzuleben und uns auf die Arbeit im Dorfkindergarten vorzubereiten.

Schwierige Sprache

Wir lernten Gedichte, Kinderlieder und hatten einen Sprachkurs in Ewe. Das ist die Sprache, die vom Volk der Ewe besonders im südlichen Togo gesprochen wird. Wir finden sie wirklich schwer zu lernen, doch mittlerweile sprechen wir ein paar Wörter und können auch schon mal einen Smalltalk halten.

Nachdem wir die Zeit in Lomé sehr genossen hatten, zogen wir Ende September dann um nach Djekotoe. Dies ist ein kleines idyllisches Dorf mit 500 Einwohnern im Südosten Togos. Hier sollte für die nächsten Monate unser neues Zuhause sein. Wir leben in einem Haus mit zwei Zimmern zusammen mit Sam, einem Mitglied der JSA.

Bastmatte statt Bett

Hier tauschten wir unser Bett durch eine Bastmatte auf dem Boden ein, anstatt einfach den Wasserhahn aufzudrehen, heißt es jetzt erst einmal Wasser am Dorfbrunnen zu holen.

Wenn die Sonne untergeht, knipsen wir nicht den Lichtschalter sondern unsere Taschenlampen an. Ein Plumpsklo ersetzt eine normale Toilette. Djekotoe ist ein sehr einfaches Dorf ohne Strom, fließend Wasser und anderen Luxus.

Doch das machte uns schon nach einer Woche überhaupt keine Probleme mehr.

An Eidechsen, Kakerlaken, Spinnen und Mäuse, die sich gerne ein Zimmer mit uns teilen, mussten wir uns dagegen erst einmal gewöhnen.

Hier im Dorf fing dann auch unsere Arbeit im Dorfkindergarten an. Es ähnelt eher einer Vorschule, denn die Kinder spielen hier nicht nur, sondern lernen auch schon Dinge wie Buchstaben oder Zahlen, Körperteile und Verkehrsmittel auf Französisch. Sie sprechen nämlich alle ausschließlich nur Ewe bis sie in der Schule Französischunterricht bekommen. Dies führt schon mal zu der ein oder anderen Herausforderung für uns, die wir bisher aber doch alle meistern konnten. Auf jeden Fall macht uns unsere Arbeit riesen Spaß!

Köstliche Küche

Was auch nicht unerwähnt bleiben darf, ist die wunderbar köstliche Küche Togos. Die einheimischen Spezialitäten sind zu meinem absoluten Lieblingsessen geworden. Damit wir diese auch mal in Deutschland für Freunde und Familie zubereiten können, sind wir immer wieder auf der Suche nach neuen typisch togolesischen Rezepten.

Hier in Togo lerne ich definitiv ein ganz anderes Leben kennen, als ich es bisher in Deutschland gelebt habe. Doch mir fehlt es an nichts. Das Leben ohne sämtlichen Luxus ist für uns wie Urlaub in einer anderen Welt.

Djekotoe ist in dieser kurzen Zeit zu meinen zweiten Zuhause geworden und ich will noch gar nicht daran denken, dass diese Zeit eines Tages wieder vorbei ist.