Wie sich ältere Menschen davor schützen

"Ihr gutes Recht: So schützen Sie sich vor Abzocke im Alltag". In der regionalen Verbraucherkonferenz in der Tenne des Deutschen Hauses erhalten die Senioren wertvolle Tipps. Von links: Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, Horst Berg (NRW-Ministerium), Hildegard Jaekel (Landesseniorenvertretung NRW) und Guido Steinke (Verbraucher Initiative)
"Ihr gutes Recht: So schützen Sie sich vor Abzocke im Alltag". In der regionalen Verbraucherkonferenz in der Tenne des Deutschen Hauses erhalten die Senioren wertvolle Tipps. Von links: Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, Horst Berg (NRW-Ministerium), Hildegard Jaekel (Landesseniorenvertretung NRW) und Guido Steinke (Verbraucher Initiative)
Foto: WP
Regionae Verbraucherkonferenz macht in Marsberg Station.

Marsberg..  Jeder kennt die Situation: Es läutet an der Haustür oder das Telefon klingelt. Von Vertretern heißt es dann: „Ich habe ein exklusives Angebot für Sie“ oder „Ich kann Ihnen helfen, Ihre Versicherungen zu ordnen“. So versuchen sie, an der Haustür und am Telefon an das Geld der Menschen zu gelangen, mit Vorliebe an das der Älteren. Aber auch das Internet haben die Gauner für sich entdeckt.

Wie sich gerade ältere Menschen vor der „Abzocke“ im Alltag schützen können und was man tun kann, wenn es passiert ist, das wollten 45 ältere Männer und Frauen bei der Verbraucherkonferenz in der Tenne erfahren. Auf Einladung des Seniorenbeirates fand eine von fünf regionalen Veranstaltungen, die in Nordrhein-Westfalen zu diesen Themen durchgeführt werden, in Marsberg statt.

Vor Ort persönlich aufklären

Hinter der Verbraucherkonferenz steht das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Umweltschutz NRW, die Verbraucher Initiative (Bundesverband) und die Landesseniorenvertretung NRW: „Wir gehen gezielt in die Region, raus aus den Ballungszentren, um die älteren Menschen vor Ort aufzuklären und ihnen die Möglichkeiten zu geben, mit Experten ins Gespräch zu kommen“, setzt Horst Berg vom NRW-Ministerium für Verbraucherschutz auf Prävention. Denn: „Die Ganoven sitzen meist nicht nebenan. Enkeltrickbetrüger kommen beispielsweise meistens aus Polen, Internetbetrüger oft aus China. Wenn das Geld erst weg ist, kommen Sie nie mehr dran.“

Er rief die Zuhörer auf: „Stellen Sie Ihre Fragen, nennen Sie Beispiele. Denn davon können alle anderen profitieren.“

Auf Verkaufsfahrten wachsam sein

Willi Schoffer, Vorsitzender des Seniorenbeirates Marsberg, ist selbst schon einmal auf einen üblen Trick hereingefallen. Er hatte einen Betrag für einen Verein gezahlt, den es gar nicht gibt.

Er finde es erschreckend, so Bürgermeister Klaus Hülsenbeck, wie das Vertrauen, die Ängstlichkeit oder Einsamkeit gerade der älteren Menschen von den Betrügern ausgenutzt würden.So hätten von 69 000 Menschen, die alleine auf Trickbetrüger hereingefallen seien, häufig auf den so genannten Enkeltrick, nur 900 Anzeige bei der Polizei gestellt, verdeutlichte Guido Steinke von der Verbraucher-Initiative, dass auch die Verbraucherzentralen nur aktiv werden könnten, wenn die Betrügereien auch tatsächlich gemeldet werden. Denn auch die Verbraucherzentralen hätten ein Recht zur Abmahnung.

Beispiel: Preiswerte Tagesausflüge, denn die sind bei Seniorinnen und Senioren sehr beliebt. Viele Unternehmungslustige nehmen bei den Bustouren in Kauf, dass eine Verkaufsveranstaltung gleich mit auf dem Programm steht. Steinke: „Niemand ist gezwungen, an einer Verkaufsveranstaltung teilzunehmen.“ Teilnehmer einer so genannten Kaffeefahrt können sich durchaus während der Warenpräsentation absetzen und bis zur Rückfahrt etwas Anderes unternehmen. Der Anspruch auf alle Leistungen, die gebucht und bezahlt wurden, bleibt dennoch bestehen. Guido Steinke rät: „Im Zweifel besser zu Hause bleiben oder auf der Verkaufstour wachsam sein.“