„Wie geschaffen für dieses Haus“

Meschede..  Im Gemeinsamen Kirchenzentrum in Meschede haben mehr als 100 moderne Kunstwerke für zwei Monate einen neuen Ort gefunden. „Sie passen in den Raum“, findet Anne Sauerwald, die zusammen mit anderen Ehrenamtlichen und mit Christina Bergmann, Projektpfarrerin im Kirchenkreis Arnsberg, die Bilder der Ausstellung „Zeitgenössische Kunst zur Bibel“ ins Sauerland geholt hat. Für fast alle Bilder haben sie einen guten Ort gefunden. Diese lassen das Haus in einem neuen Licht erscheinen: die orangen Verschalungen an den weißen Ziegelwänden, die grauen Betonflächen, der Taufstein. Ganz anders wirken sie jetzt.

Diese Dynamik von Kunst brachte Johannes Beer auf die Idee zur Ausstellung. Der Pfarrer aus Herford hat mit der Muttermilch die Liebe zur und das Interesse an Kunst eingesogen. Er war beeindruckt von seiner frommen ostwestfälischen Großmutter und den Werken moderner Maler, die an den Wänden des Pfarrhauses hingen, in dem er aufwuchs.

Heute besitzt er selbst 800 Bilder, davon hängen 500 an den Wänden seines Pfarrhauses. Befreundet ist er mit vielen Künstlern in ganz Deutschland. Auf seine Bitte hin gestalteten sie Kunstwerke, ließen sich dabei anregen von biblischen Texten, die sie positiv oder negativ ansprachen. 124 Werke hat Beer aus den Ateliers der Künstler und Künstlerinnen abgeholt, sich mit ihnen über die Bilder unterhalten und sich seinen eigenen Reim auf sie gemacht.

Ihm ist wichtig: Das Bilderverbot in der Bibel verbietet, Bilder von Götzen zu machen und damit Gottes Freiheit einzuschränken. Es verbietet aber nicht, mit Kunst Gott zu loben und sich mit dem Leben auseinanderzusetzen. Kunst und Kirche sollen auf Augenhöhe miteinander ins Gespräch kommen und sich gegenseitig Freiheit lassen.

Zum Ausdruck brachte er diese Gedanken im Gottesdienst, den er und Werner Milstein, Schulpfarrer am Berufskolleg Olsberg, am Freitag zur Eröffnung der Ausstellung feierten. Anschließend kommentierte er vor Interessierten einzelne Bilder. Superintendent Alfred Hammer hatte zur Begrüßung gesagt: „Ich brauche Bilder, um die oft abstrakten Worte der Bibel zu verstehen.“

Festvortrag zur Eröffnung

Am Mittwoch, 24. Juni, um 14.30 wird die Ausstellung offiziell eröffnet. Um 15.15 Uhr hält Prof. Dr. Dr. h.c. Horst Schwebel den Festvortrag „Reformation, Kunst und Kirche“. Horst Schwebel war von 1980 bis 2006 Professor für evangelische Theologie in Marburg und Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Die Öffentlichkeit ist zum Festakt herzlich eingeladen.