Widerstand kostet viele das Leben

So sah es nach Kriegsende in Altenbüren aus.
So sah es nach Kriegsende in Altenbüren aus.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Widerstand kurz vor Kriegsende in Altenbüren kostete viele Menschen das Leben. Daran soll in einer Gedenkfeier erinnert werden.

Altenbüren..  In Erinnerung an das Kriegsende vor 70 Jahren findet am Karfreitag in Altenbüren um 17 Uhr in der Pfarrkirche eine Liturgie statt. Anschließend wird am Soldatenkreuz auf dem Friedhof ein Kranz niedergelegt. Ortsvorsteher Heinz Meyer wirft einen Blick zurück auf jene Tage.

Am 29. März 1945, Gründonnerstag, drangen amerikanische Panzerverbände in den Süden des Kreises Brilon ein. Die heutige B 7 war mit flüchtenden Soldaten, Sanitätskolonnen, Nachschubeinheiten und freigewordenen französischen, russischen und polnischen Kriegsgefangenen überfüllt. Am Nachmittag besetzten die US-Einheiten Brilon.

Panzer im Dorf

In Altenbüren leisteten Volkssturm und Reichsarbeitsdienst Widerstand. Ostermontag, während der Messe, schlugen Granaten in das Kirchendach ein und verletzten einige Kinder. Gegen 15 Uhr näherten sich amerikanische Panzer und Infanterie dem Dorf. Gleichzeitig setzte von Brilon her Artilleriebeschuss ein. Als den anrollenden Panzern Granatwerfer und Maschinengewehrfeuer entgegenschlug, setzten die Amerikaner Brandgranaten ein. 27 Häuser gingen in Flammen auf. Dies, so Heinz Meyer, sei alles nur geschehen, weil ein einzelner Ritterkreuzträger der Wehrmacht das Dorf verteidigen wollte. Seine Worte: „...und wenn in Altenbüren kein Stein auf dem anderen bleibt“.

100 Todesopfer zu beklagen

Alleine an jenem Ostermontag sollen in und um Altenbüren herum insgesamt 100 Menschen umgekommen sein. Um 17 Uhr nahmen die Amerikaner das Dorf ein. Alles, was bis dahin nicht in Sicherheit gebracht werden konnte, wurde geplündert.

Der Dorfverein und der Ortsvorsteher laden alle Mitbürger und Vereine ein, sich Karfreitag an diesem Gedenktag zu beteiligen. Ab 16.30 Uhr ist das Archiv und Heimatmuseum mit dem eingerichteten Raum aus den Kriegsjahren geöffnet.

Das Briloner Stadtmuseum stellte zusätzlich einige Exponate aus jener Zeit als Leihgabe zur Verfügung, die an dem Tag besichtigt werden können. Anlässslich des Gedenktages werden Zeitzeugen über die Geschehnisse im Archiv berichten