Westfalen erleben

Brilon..  Zentral am Markt gelegen ist das Museum Haus Hövener eine gern besuchte Anlaufstelle für alle, die während der Sommerferien die Stadt Brilon und das Sauerland kennen lernen möchten. Pädagogische Angebote und Themenführungen sind individuell vereinbar.

Der Dino aus Nehden

In einer einstündigen Begleitung können beispielsweise Kinder und Jugendliche den Saurier Iguanodon aus Nehden besser kennenlernen. Vor über 65 Millionen Jahren bevölkerte dieser Pflanzenfresser das urzeitliche Sauerland. Die Überreste einer großen Herde der Tiere mit Erwachsenen aber auch Jungtieren wurden in den 70er Jahren in einem Sauerländer Steinbruch entdeckt und einige von ihnen werden seit 2011 im Haus Hövener ausgestellt.

Sauerländer Industriebürger

In den oberen Etagen steht im Gegensatz zum Gewölbekeller jüngere Briloner Geschichte im Fokus der Ausstellung. Die Gewerken-Dynastie Kannegießer-Unkraut-Hövener ist sicherlich eine der bedeutendsten Familien im Sauerland. Als 1994 die letzte verbliebene Erbin der Familie, Wilhelmine Ida Maria Hövener, den Auftrag erteilte, eine Stiftung für das Museum zu gründen, entstand ein Haus, dass die Industriebürger des Sauerlands aus dem 19. Jahrhundert porträtiert. Noch heute zeugen wertvolle Gemäldesammlungen, damals teures Mobiliar und die schiere Größe des Hauses Hövener von der Wichtigkeit dieser Familie.

200 Jahre Westfalen

Viele bedeutende Momente prägten Westfalen im Laufe seiner Geschichte. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde eine Ära beendet, indem die Herrscher Westfalens nicht mehr in Köln, sondern in Berlin zu finden waren. Preußen erhielt den Zuschlag nach der Niederwerfung Napoleons und regierte seitdem mit einem riesigen Beamtenapparat ein Land, das zuvor jahrhundertelang durch den Erzbischof von Köln beherrscht wurde. Die Pickelhauben waren nun vermehrt in den Orten und Städten Westfalens zu sehen. Auch im Sauerland trugen Polizisten nun den Helm mit dem Stache. Doch verstanden sich viele Westfalen und Sauerländer nicht als Preußen. Eher war man Katholik oder auch katholischer Briloner, Olsberger, Siegerländer oder Wittgensteiner. Das macht deutlich, welches Sammelsurium von Kulturen Westfalen beinhaltet. Ein Flickenteppich von Identitäten überzieht unsere Region. Und dennoch versucht die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ genau jenes westfälische Pottpüree zusammen zu fügen, porträtiert die einzelnen Kreise und Städte und versucht den Eigenarten der Menschen hier gerecht zu werden.