Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde

Brilon/Bonn..  „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Beste, was es gibt auf der Welt...“ Im Fall von Industriekaufmann Benedikt Löhr (21) und Finanzierungsberater Michél Geck (23), beide aus Brilon, können einem Zweifel kommen. In der am 3. Januar ausgestrahlten Pro 7-Show „Mein bester Feind“ wurde „Bene“ an ein 70 Meter hohes Riesenrad gebunden und musste während der Fahrt auch noch eine schmalztriefende „Ode an die Freundschaft“ für Michél vorlesen. Das alles, damit Michél (!) einen Fernseher gewinnt. Am Ende hätt’s sogar noch ein Porsche werden können. Dafür hat es dann leider - sehr knapp - nicht mehr gereicht.

Wir haben die zwei Experten mal gefragt, wie das Ganze ablief:

Bene: „Ich wurde von Michél angerufen und sollte spontan nach Bonn kommen. Nach einiger Diskussion tat ich es schließlich. In einer Pizzeria würde ich dann überrascht. Am nächsten Morgen haben wir uns mit der Crew und Klaas getroffen und die ganze Sache abgedreht. Zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob die große Show wirklich stattfinden soll. Nach einiger Zeit bekamen wir die Bestätigung, dass wir nach Berlin fahren.

Frage: Was war dein allererster Gedanke, als du kapiert hast, was gerade passiert?

Bene: Als Klaas neben uns in der Pizzeria stand und ich nach kurzem Revue passieren der ganzen Situation dann endlich merkte, dass ich und nicht Michél dort aufs Korn genommen werde, dachte ich nur. Mann, jetzt hat dieser soziopathische Idiot dich echt dran gekriegt!

Hast du Höhenangst?

Bene: Generell habe ich keine große Angst vor Höhe. Allerdings muss ich zugeben, dass es kein so schönes Gefühl ist, wenn man in 70 Metern Höhe langsam immer mehr kopfüber nach unten gedrückt wird. In Verbindung mit einem Gedicht für eine ohnehin schon narzisstisch veranlagte Person war das wirklich der worst case für mich!

Was hättest du im Moment deiner „Ode an die Freundschaft“ lieber sagen wollen, als du da, dank deines Kumpels, am Riesenrad festgeschnallt warst?

Bene: Das ist eine sehr schwierige Frage, da ich in der Situation nur versucht habe, meine Aufgabe zu erfüllen. Aber nachdem ich die ganze Zeit dieses diabolische Grinsen im Gesicht von Michél sehen musste, wären mir wahrscheinlich schon ein paar unschöne Wörter eingefallen. Da ihr von den Medien allerdings einen gewissen Bildungsauftrag habt, spare ich mir an dieser Stelle jeden weiteren Kommentar und konkrete Beispiele.

Bleibt ihr trotzdem Freunde?

Bene: Frei nach den Worten von John Steinbeck „Es ist besser, sich mit zuverlässigen Feinden zu umgeben als mit unzuverlässigen Freunden“ werden wir wohl auch weiterhin einige Abenteuer und Momente in unserem Leben gemeinsam erleben.Die Leute, die uns kennen, wissen, dass - auch wenn wir einen sehr speziellen Umgang miteinanderpflegen - wir doch immer füreinander da sind und uns unterstützen, wenn einer Hilfe braucht.

Michél, wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, euch bei „Mein bester Feind“ anzumelden?

Michél: Ich habe das vor einem Jahr im Fernsehen gesehen, da lief das kleine Format noch bei Circus HalliGalli. Daraufhin dachte ich, es gibt nur einen Freund, mit dem ich mir so etwas vorstellen könnte… und das ist Bene. Wahrscheinlich aufgrund unserer etwas unkonventionellen Geschichte wurde uns recht zeitig geantwortet. Die Damen und Herren fragten mich aber sehr schnell, ob ich nicht Lust hätte, an einem größeren Format teilzunehmen. Hier ging es erstmals um die Samstagabend-Show und der Auskopplung von „Mein bester Feind“ - was ich natürlich dankend annahm.

Warum „hasst“ du deinen besten Freund so?

Michél: Hass ist ein schwieriger Begriff und Hass bedeutet „Jemandem oder etwas den Tod wünschen vor lauter Abneigung“. So ist das natürlich nicht. Irgendwo können wir uns ja leiden auf eine merkwürdige Art und Weise. Aber das negative Verhalten gegenüber dem anderen hat sich über die Jahre bei uns „ein-gegrooved“ und ist nicht mehr wegzudenken. Niemand hat so eine Freundschaft, niemand will aber auch so eine Freundschaft haben. Aber wird finden es „fantastisch“.

Erwartest du eine Racheaktion?

Michél: Er sprach einige Male darüber und das macht mir Sorgen. Auch die Redaktion von Pro 7 fand die Idee nicht schlecht, nicht zuletzt auch Klaas selbst. Aber ich glaube nicht zu 100 Prozent daran.Lassen wir uns überraschen.

Was war der spannendste Moment für euch?

Michél: Jeder einzelne. Mir ging es auch niemals um die Preise, sondern dass Bene irgendeinen Mist für mich tun musste. Die Tage am Set und am Riesenrad waren wie Weihnachten für mich - nur noch besser! In unserer Freundschaft necken wir uns schon seit 10 Jahren und versuchen, den anderen vor Fremden aufzuziehen oder ins Lächerliche zu ziehen. Hiermit habe ich einen Punkt, den er nicht aufholen kann. Niemals!

Bleibt ihr „trotzdem“ Freunde?

Michél: Wir sind und bleiben die gleichen Freunde, die wir vorher schon waren. Außenstehende würden sowieso niemals glauben, wie wir miteinander umgehen. Einige behaupten sogar, es sei gestellt. Aber das ist Unsinn. Auch wenn wir ganz alleine sind, sind wir fürchterlich zueinander. Aber das macht Spaß und ist etwas ganz anderes. Zumal wir auch wirklich freundschaftliche Dinge (auch im größeren Rahmen) miteinander unternehmen - nur immer mit einer gewissen Würze.