Wer online shoppt, hilft Bedürftigen
26.03.2010 | 10:36 Uhr 2010-03-26T10:36:00+0100Brilon/Berlin/Köln. Zwei Sauerländer revolutionieren den virtuellen Einkauf: Mit jedem Einkauf über ihr Programm spendet der Kunde automatisch Geld an gemeinnützige Institutionen - ohne Extrakosten.
Sie nennen es die Revolution des Konsums. Das klingt hochtrabend. Doch revolutionär ist es tatsächlich, was Philipp Richard (30) und Simon Schröder (29) auf die Beine gestellt haben. „Start2help” nennen die beiden Freunde aus dem Altkreis Brilon ihr Internet-Einkaufs-Programm, das letztlich einem sozialen Zweck zugute kommt.
Im Internet zu Hause
Doch der Reihe nach: Philipp Richard, gebürtiger Briloner, studierte in Berlin Wirtschaftsingenieurwesen und arbeitet dort in einem Energieberatungsbüro. Er ist im Internet zu Hause, wie er gern betont. Ähnlich wie Simon Schröder, der aus Olsberg stammt und in Köln bei einer Eventagentur beschäftigt ist. „Wir kommen im Online-Bereich auf immer neue Ideen und versuchen auch einiges umzusetzen”, so Richard. Zwei Jahre benötigten die Freunde, um das Projekt Shoppen & Spenden in die Tat umzusetzen. „Es sollte ungewöhnlich, leicht umsetzbar und kostenlos sein und zudem einer wohltätigen Organisation zugute kommen”, lautete ihre Vorstellung.
Inspiriert wurden Richard und Schröder von einer Zahl: 11,1 Mrd. Euro (13,2 Mrd. Euro brutto) gaben deutsche Verbraucher im vergangenen Jahr für Waren aus, die sie direkt über das Internet kauften. „Es müsste doch möglich sein, einen Teil davon Bedürftigen zukommen zu lassen”, sagten sie sich und hoben im Dezember 2009 die Internetseite „start2help.com” aus der Taufe.
Provision wird automatisch gutgeschrieben
Ziel ist es, Interessenten davon zu überzeugen, ihre Einkäufe online auf ihrer Seite zu starten. Der Nutzer kann über den auf start2help.com befindlichen Link seine gewohnten Internetshops besuchen. Im Falle eines Kaufs wird automatisch eine Provision (rund fünf bis sieben Prozent der Summe) gutgeschrieben. Diese spendet start2help zu 100 Prozent an gemeinnützige Organisationen.
„Für den Nutzer entstehen dadurch keine Extrakosten. Die Produkte sind nicht teurer, als wenn die Seite des bevorzugten Internetshops direkt aufgesucht wird. Der Nutzer kann wie gewohnt bei seinen Lieblingsanbietern shoppen”, berichtet Philipp Richard. Es ist zudem keine Anmeldung oder Registrierung bei start2help.com erforderlich.
100 Firmen machen schon mit
Natürlich verdienen die beiden Männer nichts an dem Shop- und Spenden-Projekt, das sie neben ihren Jobs betreuen. Drei Abende in der Woche opfern sie für den guten Zweck. „Wir haben bislang rund 100 Firmen generiert und sind immer auf der Suche nach weiteren Shops”, so Philipp Richard. Renommierte Unternehmen wie Amazon, Eventim und Alltours gehören bereits zum „Kundenkreis”.
Austausch über Facebook
Noch ist das Spendenaufkommen recht gering. So konnte zum Beipiel der Berliner Tafel, die Bedürftige unterstützt, im Januar ein Erlös von 57,30 Euro überwiesen werden. „Wenn unser Projekt erst einmal bekannt ist, wird sich die Summe schon steigern”, sind Richard und Schröder optimistisch. Besonders junge Leute möchten die Hochsauerländer ansprechen. „Wir wollen ihnen zeigen, dass man auch im Internet einiges machen kann, wenn man helfen möchte”, so Richard. Und die Resonanz lässt nicht zu wünschen übrig. So herrscht bei facebook bereits ein reger Info-Austausch mit den „Fans”. „Da haben wir rund 600 Mitglieder”, berichten die beiden stolz. Bei einer so tollen Idee dürften es schon bald mehr sein.
23:05
na das ist doch mal ne gute Idee - was ist denn darauf geworden?
20:32
Cool , spenden - ohne Extrakosten - wie geht das denn ?
15:05
@Nr.7
Alter Hut mag sein, aber wenn dass ganze nen bisschen entstaubt wird und nicht nur Amazon an Land gezogen wird, ist dass schon viel attraktiver. Spannend wirds doch sowieso erst wenn da richtig viele hinterstehen und dann auch ordentliche Provisionen rausspringen. Deswegen ist das in Kombination mit der Plattform Facebook schon ne richtig gute Sache.
Außerdem scheinen mir die Jungs scheinbar viel Wert auf Transparenz zu legen. Könnte mir deshalb gut vorstellen dass man da die Richtung des Spendenflusses mitbeeinflussen darf.
Hoffe das noch mehr Leute aktiv werden...
14:50
Das ist doch ein alter Hut und wird z.B. hier seit vielen Jahren erfolgreich praktiziert:
http://www.memosite.de/spendenbereich/index.html
Der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz wurden bislang etwa 450 Euro an Amazon-Provisionen direkt gutgeschrieben.
14:40
#5: Die Provisionshöhen sind stark übertrieben. Jedermann mit einer eigenen Website / Blog etc. kann mit amazon und Konsorten einen Vertrag abschliessen, die Konditionen sind also kein Geheimnis. Wenn die Jungs aufgrund ihrer hehren Ziele noch ein % mehr bekommen ist das doch toll.
Grundsätzlich bevorzuge ich aber auch die Direktspende, da kommt ja noch ein nicht unerheblicher Steuereffekt dazu (deshalb werfe ich auch nix in Sammelbüchsen oder rufe bei Spendentelefonnummern an - da beteiligt sich nämlich der Staat nicht).
14:25
Wenn da 5-7 % Provision bei gleichen Preisen drin sind, dann kann man ja auch bei den Shops direkt kaufen und Rabatte in gleicher Höhe aushandeln.
Spenden kann man dann immer noch, und vor allem an die, an die man spenden will.
13:48
@ #3: Nur kurz die Seite besuchen, das erklärt sich von selbst. Gut auch, daß die Empfänger der Gelder genannt werden - die aktuellen Empfänger finde ich gut, für eine Tafel würde ich nicht spenden / unterstützen wollen.
11:07
Klasse, nur wie es funktioniert ist nicht erläutert.
11:05
Schön, das diese beiden den Mut hatten, ein solches Projekt auf die Beine zu stellen und ihre wertvolle Freizeit opfern um für Gute Zwecke etwas einzunehmen.weiter so :)
10:53
hey ihr beiden, richtig gute sache, weiter so.
das hier sonst niemand schreibt liegt daran dass man sich lieber über politik, lehrer und ausländerproblematiken aufregt.
Ich drück euch die däumchen und hoffe dass da was GANZ GROOOOSSSSSSEESSS ranwächst!