Wenn nicht alles klappt, kommt das Kakao-Taxi

Matti, Maria, Anna mit Norbert Föckeler und Beatrix Wiese an der Marienschule
Matti, Maria, Anna mit Norbert Föckeler und Beatrix Wiese an der Marienschule
Foto: WP
Was wir bereits wissen
150 Sternsinger zogen gestern durch die Straßen von Brilon.

Brilon..  Beim Kreisschützenfest im letzten Jahr marschierten rund 60 Schützenkönige durch Brilon. Gestern am Dreikönigstag waren es wesentlich mehr, etwa 150 kleine Könige, die als Sternsinger durch die Straßen der Stadt zogen.

Immerhin 45 Gruppen strömten gestern Morgen nach dem Aussendungsgottesdienst in der Propsteikirche in die ihnen zugeteilten Bezirke. Kein Haus ließen die Kinder und Jugendlichen im Alter von 8 bis 17 Jahren aus und selbst dem entferntesten Gehöft wurde ein Besuch abgestattet und das bekannte Lied der Sternsinger gesungen. Schließlich sollte ja möglichst viel Geld bei dieser 57. bundesweiten Sternsinger-Aktion zusammenkommen, entweder für die Philippinen oder auch das Rio Kinderdorf, das Jahr für Jahr einen Teil des in Brilon gesammelten Geldes bekommt, so Beatrix Wiese vom Organisationskomitee der Propsteigemeinde.

Da Sternsingen irgendwie auch geplant werden muss, sind auch viele helfende Hände hinter den Kulissen erforderlich, um das alles zu bewältigen. Mit nur mal eben die Gruppen mit Kasper, Melchior und Balthasar zusammenzustellen ist es nicht getan. Unter anderem müssen die Bezirke etwa gleichgroß eingeteilt und dafür gesorgt werden, dass die kleinen Könige wenigstens dort trockenen Fußes ankommen.

Alljährlich lädt die Propsteigemeinde ihre Sternsinger einige Tage vor Dreikönige zu einem so genannten Sternsingerfrühstück ins Pfarrzentrum ein. Hier werden die jungen Leute bei Kakao, Kaffee und belegten Brötchen entsprechend eingewiesen. Außerdem erfahren sie, welche Straßen (oder auch Einrichtungen) zu ihren Bezirk gehören. So auch Laura Reermann (17), die mit Anna Stehling und Meike Böddicker seit immerhin neun Jahren dabei ist. Und warum? Laura Reermann: „Das macht uns riesigen Spaß, auf diese Art und Weise den Ärmsten der Armen zu helfen.“

Für den Fall der Fälle, wenn einmal nicht so alles rund läuft, genügt ein Anruf. Das Kakao-Taxi kommt bestimmt, zumindest mit einem Getränk zum Aufwärmen, wie allein der Name schon sagt.

Süße Wegzehrung

Sinn und Zweck des Sternsingens war es zwar, um eine Spende zu bitten, doch für die fleißigen Mädchen und Jungen gab es fast an jeder Haustür auch noch ein paar Süßigkeiten als Wegzehrung. Da kam schon einiges an Schokolade und Snickers zusammen und die Kinder waren froh, wenn das Kakaotaxi (oder auch Vater und Mutter, die vorbeischauten) den gefüllten Plastikbeutel oder Korb schon einmal mit ins Pfarrzentrum nahmen. Doch hier oder zu Hause wurde längst nicht alles selbst genascht. Manches Teil wanderte auch in einen großen Einkaufswagen, der für die Tafel bestimmt war.

Rund ein Dutzend Briloner Sternsinger war gestern nicht zum ersten Mal in Aktion, wie Benedikt Willert (11) und Tim Wigge (12). Sie durften sich bereits in der vergangenen Woche in Paderborn die königlichen Gewänder überstreifen. Hier fand die Auftaktveranstaltung der Sternsingeraktion 2015 mit rund 2500 Sternsingern aus ganz Deutschland statt.

Unvergessliches Erlebnis

Unter anderem wurden zur Einstimmung auf das verantwortungsvolle Amt Workshops und weitere Informationen angeboten, bevor im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes die Aussendung erfolgte. Für Benedikt und Tim ein unvergessliches Erlebnis, das sie nicht missen möchten. Gestern Nachmittag war dann für die Sternsinger alles vorbei. Aber Spaß hat es gemacht, wie Paul, Frank und Benedikt (alle 11), die am Scharfenberger Hof unterwegs waren, bestätigten. Oder für Matti, Maria und Anna (alle 9), die von Beatrix Wiese vor der Marienschule vor der Abfahrt in Richtung Aussiedlerhöfe noch einen Kakao serviert bekamen.