Wenn Holz nicht nur klein gemacht wird

Die ersten  DLG Waldtage in Brilon. Dabei handelt es sich um eine der größten Fachmesse. Hier werden technische Neuerungen rund um Forsttechnik gezeigt. Holzspalter, Rückefahrzeuge und Motorsägen gehörten zum Programm.Foto:Ralf Rottmann/ Funke Foto Services
Die ersten DLG Waldtage in Brilon. Dabei handelt es sich um eine der größten Fachmesse. Hier werden technische Neuerungen rund um Forsttechnik gezeigt. Holzspalter, Rückefahrzeuge und Motorsägen gehörten zum Programm.Foto:Ralf Rottmann/ Funke Foto Services
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Was wir bereits wissen
Noch am 30. und 31. Mai laufen die ersten DLG-Waldtage in Madfeld.

Brilon..  Messestadt Madfeld. Das hört sich besonders an. Ist es auch. Der Ort mit seinen 1267 Einwohnern stemmt die bundesweite Premiere der 1. Waldtage der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) auf der grünen Wiese. „Meine Frau hat schon gesagt, ich könnte auf dem Gelände ein Zelt aufstellen“, sagt Ortsvorsteher Heinz Bickmann. „So oft war und bin ich hier.“

Stolz schwingt in der Stimme des 75-Jährigen kurz nach der Eröffnung mit. „Natürlich kenne ich Trecker aus der Landwirtschaft, aber der Maschinenpark, der hier aufgeboten wird, ist gewaltig.“ Und er hätte nichts dagegen, „wenn die Waldtage 2017 oder 2019 wieder nach Madfeld kommen.“ Warum? „Weil der Ort so bekannter wird.“

Von wegen nur Tulpen

Wer sich für moderne Forsttechnik und effiziente Waldbewirtschaftung interessiert, für den kann der Weg nicht weit genug sein. Die Kennzeichen auf dem Parkplatz am ersten Tag verraten, welche Strecken hinter den Besuchern liegen. In der Mehrheit sind es Männer, die beim zwei Kilometer langen Rundgang glänzende Augen bekommen, wenn sie hautnah erleben dürfen, wie das Holz in Sekundenschnelle kurz und klein gemacht wird.

Und, das darf nicht unterschätzt werden, man kommt mit Fachleuten ins Gespräch. Bei Bratwurst und Bier. Spott fehlt nicht. „Ihr habt doch nur Tulpen“, muss sich der Holländer anhören. „Nein“, verteidigt sich Marten Arkesteijn aus Arnheim. „Wer es nicht glauben will, wir haben auch Wald, besonders im Osten des Landes.“

Der 30-jährige Forstwirt ist technisch sehr interessiert. Die Waldtage sind nicht nur für ihn eine gute Adresse, sich technisch auf den neuesten Stand zu bringen. Ob Senkrecht- oder Waagrechtholzspalter, Querförderer oder Kranrückeschlepper: Die Forstmaschinen in der Praxis zu bestaunen und zu sehen, wie leistungsstark sie sind, beeindruckt. Nicht weniger bestaunt das Publikum die Briloner Waldfee, die wie aus dem Nichts auftaucht: in einem Traum aus Tüll und Seide ganz in Grün gewandet mit einem Zuckerhut auf dem Kopf. Kira Böddicker aus Scharfenberg, 20 Jahre jung, im zweiten Ausbildungsjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, „später will ich Medizin studieren“, flaniert über die Holzschnitzel und posiert für den Fotografen, schenkt jedem ein Lächeln.

Lieblingsbaum Kastanie

Ein Frage muss erlaubt sein. Die Fichte ist der Brotbaum der Waldwirtschaft im Sauerland. Ist das auch ihr Lieblingsbaum? „Nein“, sagt Kira Böddicker, „eher nicht. Spontan fällt mir da die Kastanie ein. Als Kinder haben wir immer gerne Kastanien gesammelt, vielleicht deshalb.“