Wenn die Tür sich plötzlich zuzieht...
05.01.2011 | 10:17 Uhr 2011-01-05T10:17:00+0100
Altkreis.Streikende Elektronik, eingefrorene Türen und vereiste Kofferraumklappen, schlappe Batterien: Kalte Zeiten sind harte Zeiten. Weiß jeder Autofahrer.
Nach einer eisigen Nacht geht Batterien nun mal schnell der Saft aus. Marc Schütte vom Kfz-Betrieb Krevet in Winterberg hat es erlebt: „Häufig müssen wir raus, weil sich eine Tür nicht mehr öffnen lässt und der Schlüssel im Fahrzeug steckt.“ Zum Beispiel, wenn der Fahrer morgens bei laufendem Motor die Scheiben freikratzt. Schütte: „Die Türknöpfe ziehen sich ein und man kann nicht mehr ins Auto steigen.“ Dann ist guter Rat teuer.
„Ab null Grad machen gerade ältere Batterien häufig schlapp. Meist liegt es daran, dass nur Kurzstrecken gefahren werden und sie sich nicht genug aufladen können. Im Winter sind Gebläse, Licht und Standheizung eingeschaltet - diese Dinge entnehmen mehr Energie, als ich der Batterie beim Ladevorgang während der Fahrt zufügen kann“, erklärt Gerd Fahle, Kundendienstmeister vom Autohaus Luckey in Marsberg.
Um trotz schlapper Batterie das Starten zu gewährleisten, werden einige Bauteile von der Elektronik weggeschaltet, wie z. B. die Sitzheizung. „Es ist ja wichtiger, das Auto überhaupt anzubekommen. Was nützt einem sonst die Sitzheizung?“, sagt er schmunzelnd.
Ältere Fahrzeuge sind nach Erfahrung des Experten anfälliger: „Wichtig ist, dass die Leute ihr Auto auf den Winter vorbereiten, beispielsweise die Batterie überprüfen oder einen Belastungstest machen und das Startverhalten kontrollieren.“ Auch die Scheibenreinigungsanlage sollte mit genügend Frostschutzmittel aufgefüllt sein. Fahle: „Die Pumpen für die Waschanlage können einfrieren. In den großen Wasserbehältern für Frostschutzmittel bildet sich schnell ein Eisklotz. Der Frostschutz für das Kühlsystem des Autos muss ebenfalls aufgefüllt werden. Man sollte alle Bauteile vor dem Winter checken lassen.“ Die Scheibenwischer sind ein weiterer Schwachpunkt bei Kälte. „Sie sollten pfleglich behandelt werden und vor der Fahrt richtig sauber gemacht werden. Raspeln sie über die gefrorene Scheibe, nutzen sie sich schnell ab. Die Wischer sind sehr sensibel“, so der Kundendienstmeister.
Der Kfz-Betrieb Krevet in Winterberg hat in den letzten Tagen viel zu tun. Liegengebliebene Autos und schwache Batterien machen gerade den Winterurlaubern aus niedriger gelegenen Landstrichen zu schaffen. „Wir haben bis zu 15 Einsätze pro Tag. In den meisten Fällen springen die Fahrzeuge nicht mehr an“, weiß Inhaber Marc Schütte.
„Die Batterien lauden sich aufgrund vieler kurzer Strecken nicht richtig auf, werden aber stärker als im Sommer gefordert. Neue Autos gleichen das ein wenig aus, da die Lichtmaschinen die Starterbatterie schneller wieder aufladen.“ Werner Koch, Sprecher der Kraftfahrzeuginnung Brilon, sieht noch ein weiteres Problem: „Feuchtigkeit dringt in die Elektronik ein und führt zu Defekten. Er empfiehlt: „Schlösser sollten mit Pflegemitteln geschützt werden. Damit die Dichtungen nicht einfrieren, kann man sie mit Talg einfetten, das macht sie geschmeidig. Mit Silikonspray lassen sich die Schienen der Fenster behandeln. Auch die Glühlampen sollten regelmäßig überprüft werden, um Unfällen vorzubeugen.“
Na dann: Gute Fahrt!
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