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Weniger Chemie im Briloner Wasserwerk

28.01.2016 | 09:41 Uhr
Weniger Chemie im Briloner Wasserwerk
Bezirksleiter Christian Finger und Wassermeister Dieter Kautz zeigen, wie das Wasser in den Modulen gefiltert und anschließend weiterverarbeitet wird.Foto: Tobias Schürmann

Brilon-Wald.   Die Trinkwasseraufbereitung der Schmala ist umfangreich modernisiert worden. Durch die Technik können bei der Aufbereitung weniger Zusatzstoffe benutzt werden. Rund 40 Prozent des Wasserbedarfs im Stadtgebiet abgedeckt.

Durch das Schmelzwasser der letzten Tage ist das Auffangbecken neben dem Wasserwerk Schmala in Brilon-Wald gut gefüllt und plätschert schon am Überlauf entlang. Seit 1905 ist das Wasserwerk bereits in Betrieb. Um dem Verschleiß entgegenzuwirken und den technischen Anforderungen Rechnung zu tragen, wurde es über die letzten fünf Jahre hinweg umfangreich modernisiert.

„Neben dem Tiefbrunnen Alme ist es das Standbein der lokalen Wasserversorgung“, erklärt Christian Finger, Bereichsleiter der Stadtwerke Brilon. Rund 800 000 Kubikmeter Wasser werden jährlich aus der Schmala für die Briloner Trinkwasserversorgung gewonnen. Das entspricht gut 40 Prozent des Gesamtbedarfs im Stadtgebiet.

Umbau im laufenden Betrieb

Die Anlage wurde im Verlauf der Jahre immer wieder modernisiert – zuletzt Mitte der 80er Jahre. Ausschlaggebend für den neuesten Umbau waren technische Fortschritte bei der Wasseraufbereitung, wie Finger sagt. So wurden nicht nur die drei Förderpumpen am Auffangbecken erneuert, sondern auch eine Ultrafiltrationsanlage zur Partikelentfernung und eine UV-Desinfektion eingebaut. Zusätzlich wurden die Aufbereitungskapazitäten erhöht – von 100 Kubikmeter pro Stunde auf 170 Kubikmeter pro Stunde. „Damit decken wir auch den steigenden Wasserbedarf ab“, betont Wassermeister Dieter Kautz.

Im Sommer 2011 hatte der Umbau begonnen. Dafür wurde das Wasserwerk im laufenden Betrieb Stück für Stück auseinander gebaut. Trinkwasser wurde weiterhin produziert. „Der Kunde hat davon natürlich nichts mitbekommen“, sagt Finger. So wurden sämtliche Rohrleitungen erneuert, die tonnenschweren Kalkfilterbehälter gereinigt und die neuen Filtersysteme eingebaut.

80 Module, die mithilfe von Membransträngen kleinste Partikel filtern, hat ein Hamburger Unternehmen dafür verbaut. „Hygienisch gesehen, ist das Wasser nach dieser Ultrafiltration bereits einwandfrei“, erklärt der Bereichsleiter.

Leitungen vor Korrosion schützen

Um aber Korrosion in den Briloner Wasserleitungen zu verhindern, muss das Wasser noch chemisch behandelt werden. Dazu wird es zunächst durch die Kalkfilterbehälter gepumpt, bevor anschließend mit UV-Strahlen auch die letzten Keime beseitigt werden können.

Durch die neue Ultrafiltration kann außerdem rund 75 Prozent weniger Chlor in der Wasseraufbereitung eingesetzt werden. Das hat für den Menschen zwar keine Auswirkung, da Chlor nicht schädlich ist, dennoch „kann der Einsatz von Zusatzstoffen auf das niedrigste Niveau minimiert werden“, so Finger. Seit Mitte 2014 ist die Anlage nun in Betrieb. Nach den ersten Tests sind die Verantwortlichen „sehr zufrieden“. Kleinere Um­bauarbeiten finden allerdings nach wie vor statt. Das betrifft aber das Gebäude selbst, das über die Jahre lediglich von innen erneuert worden ist.

Tobias Schürmann

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2016-01-28 09:41
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