Weichen für neues Entgeltsystem früh gestellt

Marsberg..  PEPP steht für ein neues Vergütungssystem für voll- und teilstationären Krankenhausleistungen in psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen. PEPP ist die Abkürzung für „Pauschalierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik“, das 2009 im Zuge einer Reform auf den Weg gebracht wurde.

Patienten mit einer gleichen oder ähnlichen Erkrankung werden dabei in Gruppen zusammengefasst und diese mit tagesbezogenen verweildauerabhängigen und vor allem degressiven Entgelten vergütet. Psychiatrische Einrichtungen, zu denen auch die LWL-Kliniken in Marsberg gehören, müssen in Folge der Reform nach den neuen Bestimmungen abrechnen und ihre Arbeitsabläufe an die neuen Gegebenheiten anpassen. Große Herausforderungen, die auf psychiatrische Einrichtungen zukommen und die eine Menge an Veränderungsprozessen erfordern, um weiterhin eine optimale Betreuung und Behandlung der Patientinnen und Patienten zu erzielen.

Veränderungen beleuchtet

Vor allem dieser Umgang mit Veränderungen, der derzeitige Sachstand und das aktive Beschäftigen mit der Thematik waren die zentralen Elemente der Fachtagung „PEPP – Du hast keine Chance, aber nutze sie!“, die in den Marsberger Einrichtungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) mit zahlreichen namhaften Referenten stattfand. Sie berichteten aus verschiedenen Blickwinkeln über Schwierigkeiten, Veränderungen und positive Effekte bei der Einführung des PEPP-Systems und stellten sich den kritischen Fragen der knapp 140 Teilnehmer.

Die LWL-Klinik Marsberg begann bereits in 2009, als die Entscheidung fiel, eine neue Vergütung in der Psychiatrie zu implementieren, die Weichen für die Einführung von PEPP zu stellen, um so die Möglichkeit haben zu können, das System von Beginn an zu leben und aktiv zu gestalten. Dass dies nur unter Beteiligung aller Mitarbeitenden jeder Berufsgruppe erfolgreich ablaufen kann, unterstrichen die Mitglieder der Betriebsleitung der LWL-Klinik Marsberg, Hildegard Bartmann-Friese, PD Dr. Stefan Bender und Josef Spiertz in einem gemeinsamen Vortrag.

Die besondere Herangehensweise der Marsberger LWL-Kliniken an das neue Vergütungssystem beeindruckte die Teilnehmer. Generell muss eine pflichtgemäße Umstellung bis 2019 budgetneutral erfolgen. Dann soll eine Konvergenzphase beginnen, in der die klinikindividuellen Entgeltwerte bis 2023 auf einen Landesbasisentgeltwert angepasst werden.

World-Café

Die hochkarätige Veranstaltung wurde durch ein World Café bereichert, bei dem die Teilnehmer in Kleingruppen Fragestellungen diskutierten und bearbeiteten. Durch Wechsel der Gruppenkonstellationen war es möglich, dass sich Teilnehmer aus unterschiedlichen Einrichtungen gemeinsam mit Fragen zu den bisherigen Umsetzungsschritten, den zukünftigen Maßnahmen und eventuell auftretenden Hemmnissen bei der Einführung des neuen Entgelts befassten und so andere Herangehensweisen kennenlernten.