Warum das Sauerländer ABC kein „G“ kennt...

Neujahrsempfang der Stadt Hallenberg 2015
Neujahrsempfang der Stadt Hallenberg 2015
Foto: WP
Was wir bereits wissen
320 Gäste erlebten in Hallenberg einen unterhaltsamen Neujahrsempfang. Mit dabei war das Sauerländer Kult-Trio „Twersbraken“.

Hallenberg..  Ihr Humor ist so trocken wie der Christbaum nach Mariä Lichtmess. Endlich wissen wir, dass „Auf-Jück-Gehen“ nichts anderes ist, als das „Umherziehen von Kneipe zu Kneipe auf der Suche nach sexuellen Kontakten“. Und die Frage, warum das Sauerländer ABC aus nur 25 Buchstaben besteht, ist seit Donnerstagabend auch geklärt: Man hat uns das „G“ geklaut und durch ein „CH“ ersetzt. Chenau!

Vorwärts schunkeln

Das Sauerländer Kult-Trio „Twersbraken“, Publikumspreisgewinner beim WP-Soundlogo-Wettbewerb, hat am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang der Stadt Hallenberg den musikalischen Part bestritten. Josef Sauerland, „Teuerkes Friedel“ und „Heuers Seiner“ brachten dabei die 320 Gäste in der Schützenhalle zum Schunkeln. Von vorne nach hinten, ganz ohne Kopfnuss-Gefahr, weil seitlich schunkeln kann ja jeder…

In bewährt launiger Art hielt Bürgermeister Michael Kronauge vor Gästen aus Politik und Gesellschaft einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Er erinnerte z.B. an den Abschluss der Rathaussanierung und listete zahlreiche Projekte im Bereich Schulen, Kindergärten, Kultur, Vereinsleben oder Stadtentwicklung auf. Auch erinnerte er an Hallenberger Vereine und Persönlichkeiten, die 2014 besondere Erfolge hatten. Dabei wurde einmal mehr deutlich, wie viele gute Kontakte die Stadt u.a. auch zur Bundeswehr nach Frankenberg unterhält.

Der Rathaus-Chef machte aber auch am Beispiel der kleinen Stadt Hallenberg deutlich, wie sehr das Land die Kommunen mit Aufgaben betreut ohne sie entsprechend zu entschädigen. Kronauge: „Es ist eine große gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die zu uns kommenden Flüchtlinge und Asylbewerber in Hallenberg zu beherbergen. Diese Aufgabe stellt uns aber vor große Herausforderungen.“ Derzeit seien der Stadt 27 Personen aus 14 Ländern zugewiesen, die in elf angemieteten Wohnungen untergebracht sind.

Wohnungen für Flüchtlinge melden

Die Nuhnestadt hat für das laufende Jahr 230 000 Euro für diese Aufwendungen im Haushalt bereit gestellt. Vom Land gibt es aber 40 000 Euro. Kronauge: „Von der vom Land unterstellten 50-prozentigen Kostenbeteiligung sind wir also weit entfernt.“ Da es schon jetzt langsam eng werde, bat der Bürgermeister darum, freie Wohnungen bei der Stadt zu melden.

Schlecht bestellt ist es auch um das Schüler-Zertifikat „Pro B – Pro Berufsausbildung“. Das Projekt wurde vor einigen Jahren mit Unterstützung des Landes, der Bundesanstalt für Arbeit und der Andreas-Kusch-Stiftung ins Leben gerufen. Die Landesförderung sei inzwischen eingestellt worden, worauf die Kusch-Stiftung den NRW-Anteil von 18 000 Euro übernommen habe. Kommendes Jahr will sich aber auch die Arbeitsagentur davon verabschieden. Kronauge: „Wir und die Stadt Medebach wollen dieses gemeinsame Projekt unbedingt weiterführen und hoffen, neben der Familie Kusch vielleicht noch andere unserer Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen.“

Weiterhin ist die Stadt auf der Suche nach einem Drogeriemarkt. Für eine kleine Stadt offenbar nicht einfach. Auch für einen Textildiscounter passt die Stadtgröße nicht mehr in die Geschäftsstrategie. Er wird Hallenberg verlassen.

Die „Twersbraken“ können so etwas nicht verstehen. Sie machten auch nach der Jahresrückschau Lieder, die sich „mitten Alltachsproblemen der sauerländischen Landbevölkerung befassen.“ Gut, dass das auchma eina macht...

Und was wünschte der Bürgermeister den Gästen? „Gesundheit, aber auch Glück. Denn die Menschen auf der Titanic waren gesund, die hatten aber kein Glück.“