Wachsendem Anteil der niederländischen Gäste Rechnung tragen
29.12.2009 | 16:51 Uhr 2009-12-29T16:51:00+0100
Brilon. „Welkom in de Stad van het bos!” Alles klar? Das ist niederländisch und heißt „Willkommen in der Stadt des Waldes!” Brilon Wirtschaft und Tourismus (BWT) hat ein neues Gastgeberverzeichnis herausgegeben: 15 000 Exemplare auf Deutsch und 5000 erstmals auf Holländisch.
Damit soll dem wachsenden Anteil der Gäste aus den Niederlanden Rechnung getragen werden, erklärten BWT-Geschäftsführer Wilfried Stockebrand und Tourismusdirektor Rüdiger Strenger gestern Morgen unisono. Denn immerhin rund 23 Prozent aller Brilon-Urlauber haben ein gelbes Autokennzeichen.
In dem neuen Ferienjournal 2010 setzt Brilon auf seine Trümpfe Naturerlebnis, Tradition, Kultur, Sport, Freizeit und Gesundheit. Beim „Genuss-Radeln” mit dem von einem Elektro-Motor unterstützten Fahrrad (E-Bike) sieht die BWT noch Wachstumspotenzial. Aber auch Fahrten „Hoch auf dem Gelben Wagen” mit der historischen Postkutsche und das neue Museum „Haus Hövener”, das im Frühjahr fertig wird, finden sich in der 72-seitigen Broschüre wieder.
Pauschal-Angebote
Sehen lassen können sich die Pauschal-Angebote, die über die BWT buchbar sind. Es gibt zum Beispiel fertig geschnürte Pakete zum Wandern oder zum Golfen. Neu: In Zusammenarbeit mit einer Tauchschule werden Kurse im Bergsee bei Messinghausen angeboten. Sogar zum 15. Briloner Jazzfest Ende Oktober lassen sich gute Musik und gepflegte Gastlichkeit kombinieren. Auch der Briloner Kammweg ist pauschal erlebbar.
Die 53-km-Tour war sechs Tage vor Kyrill als Qualitätsweg frisch zertifiziert worden. Nach dem großen „Bäumerücken” war die Strecke aber arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Am 16. Januar bekommt der Kammweg bei der CMT (Caravan, Motor, Touristik) in Stuttgart ein neues Zertifikat verliehen.
Jagdbogenschießen
Stolz sind die Tourismusfachleute auch darauf, dass Brilon neben Girkhausen und Winterberg eines von drei Nordic-Walking-Aktiv-Zentren im Sauerland ist, die der Deutsche Skiverband zertifiziert hat. Im Frühjahr, Sommer und Herbst geht es mit den Stöcken auf eigens ausgewiesenen Routen durch die Natur.
Im Winter kann der Gast - sofern Frau Holle mitspielt - auf die Langlaufbretter steigen. Neu: Neben der klassischen Loipe soll erstmals auch eine 2,8-km-Skating-Variante für Könner gespurt werden.
Als weiteren Trumpf zieht die BWT das Jagdbogenschießen aus dem Ärmel. Wilfried Stockebrand: „Der Verein will im Bereich Bilstein/Schwarzes Haupt einen neuen Parcours errichten. Das soll eine der modernsten Jagdbogen-Anlagen Deutschlands werden”, hofft der BWT-Geschäftsführer auf weitere Impulse für den Tourismus.
Die erwarten er und Rüdigert Strenger auch vom Briloner Campingplatz, der im Sommer an den Start gegangen ist. „Man kann das schlecht in Zahlen ausdrücken, zumal es ja auch Langzeitcamper gibt. Aber wir glauben schon, dass uns das 80 000 Übernachtungen mehr bringt und spürbare Umsätze in der Gastronomie.”
Und was steht 2010 sonst noch an? Die touristischen Betriebe sollen mit Hilfe der BWT ihr Serviceangebot überdenken, sich neu positionieren.
Skating-Loipe für Könner
„Große Hotelketten haben ihre Marschrouten und Vorgaben. Aber der kleine Pensionsinhaber muss vielleicht überdenken, ob sein Frühstück oder die Einrichtung seiner Zimmer noch zeitgemäß sind. Das soll keine Bevormundung, sondern eine Hilfestellung auf dem Weg zu noch mehr Qualität sein”, sagt Stockebrand. Der Almetalbahn wollen die Touristiker noch mehr Augenmerk widmen.
Gemeinsam mit allen an der Strecke liegenden Kommunen soll eine Arbeitsgemeinschaft gegründet werden mit dem Ziel, das Angebot auszuweiten. Auch ein Start- und Endpunkt in Brilon ist angedacht. Im Januar ist die BWT mit einem Stand auf der Messe in Antwerpen vertreten. Und auch auf der Grünen Woche in Berlin ist Brilon mit den anderen Leader-Kommunen des Altkreises dabei.
Kurz: Der Brilon-Urlauber ist einfach gut informiert oder um es mit den Holländern zu sagen: „Gewoonweg goed geinformeerd!”
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