Vorständlern bleibt Ochsentour künftig erspart

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (li.) überreicht Schützenmajor Hans-Werner Beule einen Königsorden aus dem Jahre 1825.
Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (li.) überreicht Schützenmajor Hans-Werner Beule einen Königsorden aus dem Jahre 1825.
Foto: WP
Die Briloner St. Hubertus-Schützen zogen Jahresbilanz.

Brilon..  Eine dringend erforderliche Satzungsänderung stand im Mittelpunkt der gut besuchten Jahreshauptversammlung der Briloner St. Hubertus-Schützenbruderschaft im Hubertussaal.

Und da ging es insbesondere um eine Änderung des Wahlmodus bei den Vorstandswahlen, ein Vorgang der sich alle vier Jahre unendlich lange hinzieht. Außerdem sind die Bewerber um ein Vorstandsamt längst nicht mehr so dicht gesät, wie das früher der Fall war, betonte Schriftführer Christian Herrmann bei der Vorstellung.

Das zeigte sich schon bei den Vorstandswahlen 2012, als sich nicht mehr genügend Schützenbrüder um einen Posten bewarben. Laut neuer Satzung können jetzt die Vorstandsmitglieder am Block und per Handzeichen gewählt werden, wo bei neuen Vorstandsaspiranten die Einzelwahl vorgesehen ist. Außerdem gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Leutnant und Fähnrich. So wird nur noch die Bezeichnung Leutnant geführt. Wer letztendlich die Fahne trägt und wer als Leutnant im Zug mitmarschiert, soll in einer Geschäftsordnung innerhalb des Vorstands festgelegt werden. So will man Schützenbrüdern auch im fortgeschrittenen Alter, die in der Hierarchie bisher eigentlich ziemlich unten anfangen mussten, die Mitarbeit im Vorstand schmackhaft machen. Der Wahlmodus zum geschäftsführenden Vorstand und der Hauptleute sowie des Adjutanten soll beibehalten werden. Bei nur einer Enthaltung wurde die novellierte Satzung, die noch einige weitere kleine, kaum nennenswerte Änderungen enthält, angenommen.

Zum Auftakt der Versammlung hatte zuvor Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch die Schützenbrüder und auch Major Hans-Werner Beule mit einem Kleinod überrascht: Einen Königsorden aus dem Jahr 1825.

Königsorden aus dem Jahr 1825

Dieser Orden sei ihm von Meta Jentsch aus Ratingen, deren Vorfahren aus Brilon stammen und in der Nähe des Rathauses gewohnt haben, zugeschickt worden. Recherchen ergaben, dass damals ein Ferdinand Vogel die Königswürde innehatte.

Brilons Bürgermeister bedankte sich außerdem bei den Schützen für die gute Zusammenarbeit in allen Bereichen. Diese wollten auch die beiden Geistlichen, Propst Dr. Reinhard Richter von der katholischen Kirchengemeinde und sein evangelischer Kollege Rainer Müller, nicht missen und unterstrichen das gute Miteinander.

In seinem Jahresbericht ging Major Hans-Werner Beule auf die zahlreichen Aktivitäten und Festlichkeiten der 2242 Mitglieder starken Bruderschaft ein. Insbesondere nannte er hier nicht nur das Schützenfest, die Schnad und das Kreisschützenfest, sondern auch die vielen Arbeitseinsätze, vor allem im Bereich der Schützenhalle.

Neuer Bierpreis 1,30 Euro

Auch finanziell steht die Bruderschaft auf gesunden Füßen, wie Geschäftsführer Uwe Ries und Rendant Herbert Jätzel im umfangreichen Geschäftsbericht mitteilten. Trotz eines Investitionsvolumens von mehr als 100 000 Euro sei ein Überschuss im mittleren vierstelligen Bereich erwirtschaftet worden.

Außerdem beschloss die Versammlung, dass auch in den kommenden vier Jahren in der Halle „Warsteiner“ ausgeschenkt wird. Die Brauerei und auch der Bierverlag Bergmann habe nach einer Ausschreibung das deutlich beste Angebot unterbreitet.

In diesem Zusammenhang verwahrte sich Major Beule gegen die Unterstellung, dass hier gekungelt worden sei, weil Peter Bergmann Vorstandsmitglied sei. Beule: „Alles ist korrekt vonstatten gegangen“

Aber trotz des guten Vertrages bleibt es der Bruderschaft nicht erspart, den Bierpreis auf Schützenfest um 10 Cent auf 1,30 Euro anzuheben. Grund sind mehrere Bierpreiserhöhungen in den letzten Jahren.