Verschenken, statt im Müll versenken
07.10.2008 | 16:47 Uhr 2008-10-07T16:47:00+0200Canstein. Wer irgendetwas verkaufen möchte, der inseriert in der Zeitung oder er setzt es ins Internet. Zum Beispiel „Drei, zwei, eins, meins” - Sie wissen schon. Und wer etwas verschenken möchte? Der kann auf eine neue Seite klicken.
Zwei Jungs aus Canstein und Adorf haben sie eingerichtet: Schenkmarkt.
„Eigentlich kommt die Idee aus Schweden. Ein Freund von mir betreibt dort eine solche Seite. Und ich fand das so gut, dass ich es übernommen habe”, sagt Constantin Elverfeldt, der gerade ein soziales Jahr in Argentinien angetreten hat. Der 18-jährige Cansteiner und sein gleichaltriger Freund Michael Jakob aus Adorf, der kurz vor dem Abi steht, wollen mit der Seite keinerlei Gewinne erzielen. „Die Webseite wurde erstellt, um die großen Mengen an Müll zu verringern und um die Umwelt zu schonen”, heißt es im Web. Wenn jeder seine alten Sachen abgeben würde, anstatt sie wegzuwerfen, würde das der Umwelt sehr helfen. Viele hätten auf ihren Dachböden noch Sachen liegen, die andere gebrauchen könnten, sagten sich die beiden „Und bevor sie in den Müll gelangen, könnte man doch einem anderen, der sie vielleicht noch gebrauchen kann, ein Freude machen”, erzählt Michael Jakobs.
Ein Fahrrad, ein Holzkohlegrill oder ein PC - sehr viele Nutzer haben die Seite www.schenkmarkt.de noch nicht entdeckt. Doch das war anfangs beim schwedischen Pendant www.utanpengar.se nicht anders. Mittlerweile laufe die Seite dort aber ganz gut, meint Jakobs.
Die Nutzer müssen sich anmelden, damit die beiden Schenkmarkt-Betreiber ein wenig die Übersicht behalten. Kosten fallen aber für niemanden an. Wichtig ist auch: „Die Menschen, die Gegenstände abgeben, sollten den Beschenkten auch persönlich kennenlernen. Die Ware soll nicht verschickt, sondern abgeholt werden. „Ist die Ware übergeben, muss der Nutzer das Angebot wieder aus dem Netz herausnehmen”, schildert Jakobs das Procedere.
Seit wenigen Wochen ist die Seite im Netz. PC-Magazine wurden informiert, Mund-zu-Mund-Propaganda betrieben. „Es wäre schön, wenn das System auch bei uns funktionierte. Denn mal ehrlich. Auf den Dachböden liegt bestimmt noch so manches für den Schenkmarkt.”
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