Ungewöhnlicher Gast: In Brilon wurde ein Känguru gesichtet

In Brilon wurde ein Känguru gesichtet. Dies ist es zwar nicht, aber wer den Doppelgänger sieht, soll sich bei der Polizei melden.
In Brilon wurde ein Känguru gesichtet. Dies ist es zwar nicht, aber wer den Doppelgänger sieht, soll sich bei der Polizei melden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
In Brilon läuft ein Känguru frei herum. Beim Ordnungsamt gab es schon mehrere Anrufe. Wer das Tier sieht, soll die Polizei verständigen.

Brilon.. In Brilon läuft ein Känguru frei herum! Wem es gehört, wo es ausgebüxt sein könnte - all das ist bis dato noch nicht klar. Hier die Chronologie der Ereignisse: Am Dienstagmorgen bekommt Förster Sebastian Schönnenberg einen kuriosen Anruf. Spaziergänger wollen am Burhagener Weg vier Rehe und ein Känguru gesehen haben.

Da seien sie sich ganz sicher. Der Förster, der für das Stadtrevier und die Bereiche Schellhorn und Borberg zuständig ist, lässt sich so leicht nicht mehr ins Bockshorn jagen. Erst im vergangenen Jahr ist er wirklich dem Radio-Schreck „Elvis Eifel“ auf den Leim gegangen und daher besonders auf der Hut.

Im Scheinwerferkegel

Obwohl er das Ganze für einen Scherz hält, fragt er beim Ordnungsamt nach, ob eine Vermisstenmeldung in Sachen Beuteltier vorliege. Fehlanzeige. Am Mittwoch kommt dann aber der Rückruf vom Ordnungsamt, dass weitere Bürger den flotten Hüpfer gesehen haben wollen. Marcus Bange von der Behörde: „Mittlerweile ist es auch im Bereich Vosskuhle, am Etzelsberg und in der Wasserstraße gesehen worden. Außerdem gibt es ein Video, das uns jemand geschickt hat, auf dem man sehen kann, wie das Tier im Scheinwerferkegel eines Autos über die Wasserstraße läuft.“

Die Leitstelle der Polizei bekommt in der Nacht zum Mittwoch gegen 1 Uhr den Anruf, dass zwischen Altenbüren und Antfeld ein Känguru unterwegs sei. Polizeisprecher Ludger Rath: „Ein Streifenwagen ist rausgefahren, aber da war das Tier offenbar in einem angrenzenden Feld untergetaucht.“

"Ich hab mich schräg gelacht"

Wo es vorher war, wissen wir auch: Denn gegen 22.45 Uhr hat Christian Kemmling, der in Brilon ein Maschinenbauunternehmen hat und Hobby-Jäger ist, seinen Ansitz am Burhagener Weg verlassen um nach Hause zu fahren: „Plötzlich sehe ich da im Scheinwerferlicht ein Tier am Wegesrand. Ein Reh konnte es nicht sein; das setzt sich nicht einfach so auf den Hintern. Ich habe es eine ganze Weile mit dem Auto verfolgt. Es machte einen zahmen und gesunden Eindruck. Ich hab mich schräg gelacht, wie das da so her gehoppelt ist.“

Nun ist so ein „Skippy“, wie das Tier in einer australischen Familienserie aus den 70-er Jahren hieß, ja ein ruhiger Vertreter und kein wildes Tier. Trotzdem könnte es auf der Straße angefahren werden oder einen Unfall verursachen. Daher bittet auch die Polizei: Wer das Tier sieht, möge sich bitte melden. In Medebach und im Raum Rüthen sind in den nächsten Tagen Cirkus-Unternehmen unterwegs. Ob das Tier dort ausgerissen sein könnte, ist noch fraglich. In jedem Fall dürfte sich Skippy bei den derzeitigen Temperaturen zumindest im Sauerland wie zu Hause fühlen.