Unbedingt die jeweilige Landessprache beherrschen
21.02.2012 | 18:13 Uhr 2012-02-21T18:13:00+0100
Marsberg.(ad) Im Sauerland angekommen ist zweifelsohne Blerina Aßhauer-Gjinollari und zwar genau in Erlinghausen. Auch sie ist fotografiert worden für die Ausstellung des Hochsauerlandkreise „Migration – Vielfalt und Leistung“. Denn auch sie ist ein positives Beispiel gelungener Integration.
Blerina Aßhauer-Gjinollari hat gerade ihren 34. Geburtstag gefeiert und ist guter Hoffnung. In jeder Hinsicht. Ihr Ältester, Fabio (7), ist im ersten Schuljahr, Nesthäkchen Chiara (4) geht in Erlinghausen in den Kindergarten.
Die junge Mutter streicht über ihren Bauch. „Im August erwarten wir unser drittes Kind“, freut sie sich über den Familienzuwachs. Drei Kinder sollten es schon sein, sagt sie im Gespräch mit der WP. Ihr Mann hat noch drei Brüder und sie selbst hat auch noch zwei Geschwister.
Aufgewachsen ist sie in Fier in Albanien. Seit 2000 lebt sie in Deutschland und ist seit 2007 deutsche Staatsbürgerin. Und das ist sie gerne und voller Überzeugung.
Die deutsche Sprache hatte es der selbstbewussten jungen Frau schon in ihrer Heimat Albanien angetan. „Ich fand sie schon immer gut“, erzählt sie weiter im fast akzentfreiem und grammatikalisch perfekten Deutsch. „Eigentlich wollte ich Jura studieren. Weil ich aber nicht sofort einen Studienplatz bekam, entschloss ich mich, erst einmal Deutsch auf Lehramt zu studieren.“
Die ersten Klausuren klappten so gut, da ist sie gleich dabei geblieben. Für sie war auch klar, dass sie, wenn sie Deutsch studiert, auch das Land kennenlernen wollte. 2000 besuchte sie zunächst eine Freundin, die in Stuttgart als Au-Pair-Mädchen bei einer deutschen Familie lebte.
In Kassel fand sie schließlich einen Studienplatz und studierte weiter Deutsch. Bis Amors Pfeil sie traf. Durch eine weitere Freundin lernte sie ihren Mann Christoph Aßhauer kennen.
2003 wurde standesamtlich geheiratet. Ein Jahr später läuteten die Glocken der St.-Vitus-Kirche in Erlinghausen zur kirchlichen Trauung.
Blerina Aßhauer-Gjinollari: „Ich habe mich hier gut eingelebt und lebe gerne hier.“ Und das gerate nur, „wenn man als Zuwanderer auch die Sprache des jeweiligen Landes spricht und so die Menschen verstehen kann.“
Neben der Familie gibt Blerina Aßhauer-Gjinollari seit 2004 bei der Volkshochschule in Meschede, Marsberg und Bestwig Deutsch- und Integrationskurse für Menschen mit Zuwanderungshintergrund. „Wer in einem fremden Land lebt, der sollte schnellstmöglich die Sprache lernen, um Missverständnisse zu vermeiden und in die Gemeinschaft aufgenommen zu werden“, gibt die Deutschdozentin aus eigener Erfahrung weiter an ihre Schüler in den Integrationskursen. Wobei sie auch zugibt, „dass Deutsch ja bekanntlich keine leichte Sprache ist.“
Dann lege sie ihren Schülern auch immer wieder deutsche Tugenden ans Herz, wie Pünktlichkeit und Korrektheit.
Blerina Aßhauer-Gjinollari: „Um in eine Gemeinschaft aufgenommen zu werden, ist es auch wichtig, den Kontakt zu suchen und sich nicht abzukapseln.“
Die Zuwanderer heute seien aber auch viel motivierter, die Sprache zu lernen und sich einzugliedern als noch vor 15 oder 30 Jahren. Auch die Erfahrung habe sie gemacht. „Meine Schüler haben verstanden, um was es geht und machen im Unterricht gut mit.“
Ihre eigenen Kinder wachsen zweisprachig auf. In den Ferien besuchen sie mindestens einmal im Jahr ihre Familie in der Hafenstadt Durres in Albanien. Genießen dann die Betriebsamkeit, das Meer und den Strand.
Und nach dem Urlaub auch wieder die beschauliche Ruhe mit viel Natur rund um ihr Einfamilienhäuschen am Dorfrand von Erlinghausen.
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