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Sägeindustrie

Umfrage: Heimisches Holz ist knapp

15.10.2012 | 21:00 Uhr
Umfrage: Heimisches Holz ist knapp
Das Holz wird knapp in Nordrhein-Westfalen, die Sägewerke müssen Nischen besetzen, um zu überleben.Foto: WP-BILD,

Altkreis/Niedersfeld. Heimisches Holz wird knapp. Dies zeigt zumindest eine Umfrage der Deutschen Säge- und Holzindustrie unter nordrhein-westfälischen Sägewerken. Die Unternehmen spüren die negativen Auswirkungen der 2011 ausgewiesenen Wildnisgebiete. Der geplante Nationalpark im Teutoburger Wald könnte laut einer Pressemitteilung der Deutschen Säge- und Holzindustrie die Situation weiter verschärfen.

Die Säger schätzen den jährlichen Zukauf von Laubholz aus anderen Regionen auf durchschnittlich rund 1500 Festmeter, das entspricht über 75 Lkw-Ladungen Holz pro Sägewerk. Um der bestehenden Nachfrage gerecht zu werden und die Werke auszulasten, müsse der Einkaufsradius schon jetzt erweitert werden, so das Meinungsbild der Befragten.

Die direkte Folge sind steigende Beschaffungskosten: Laut Umfrage sehen sich mehr als die Hälfte der befragten Betriebe mit einer durchschnittlichen Kostensteigerung von knapp vier Prozent konfrontiert. Hinzu kommen Preissteigerungen durch den Lieferantenwechsel in Höhe von durchschnittlich zwei Prozent sowie Qualitätseinbußen durch schwache und nicht sägefähige Sortimente.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen heimische Sägewerke auch auf Nischen. „Wir machen das, was die Großsäger nicht können“, so knapp bringt Christoph Geilen das Geschäftsmodell des Sägewerks, das er zusammen mit seinen Brüdern Eckhard und Lars in Niedersfeld betreibt, auf den Punkt. Denn Bauholz mit Einschnittlängen von bis zu 14 Metern und Querschnitten bis zu 40 Zentimetern kann keiner seiner großen Mitbewerber liefern.

Keine Massenfertigung

So versorgt Geilen über die Landesgrenzen hinaus Zimmereien und Hersteller von Nagelplattenbindern mit seinen Holzprodukten. „Wir konzentrieren uns ganz bewusst auf diese Nische. Mit Massenfertigung wollen wir nichts zu tun haben“, betont der gebürtige Winterberger. Sorge bereitet den Gebrüdern Geilen nach wie vor die seit Monaten anhaltende Preissituation am Rundholzmarkt: das heimische Einkaufspreis-Niveau ist vergleichsweise hoch. Dabei hat das Unternehmen durchaus schon spektakuläre Aufträge abwickeln können. So wurden im vergangenen Juni aus seinem Schnittholz die Rampen für die Mountain-Bike-Fahrer in der Winterberger Red Bull Arena gezimmert. Trägerbalken aus seinem Betrieb sind mittlerweile in etlichen Biogasanlagen deutschlandweit verbaut. „Das ist ein willkommenes Zubrot, aber unser Brot- und Buttergeschäft liegt woanders“, so Geilen.

Vorrangig nämlich bei anspruchsvollen Kunden aus der Zimmereibranche. Diesen offeriert Geilen CE-zertifizierte Produkte, die aus vorgetrocknetem, waldgeschältem Rundholz entstehen. Das Holz lagert dabei bis zu 12 Monate in den umliegenden Wäldern, bevor es weiterverarbeitet wird. Verminderte Rissbildungen, ein geringes Gewicht, minimaler Volumenschwund sowie die hohe Standfestigkeit des Holzes und ein nahezu ausgeschlossener Schädlingsbefall seien Verfahrens-Vorteile.

Flexibilität ist wichtig

In schwierigen Zeiten profitiert Geilen von der Flexibilität, die ihm seine beiden unterschiedlichen Holzsegmente erlauben. So kann er je nach Marktlage seinen Produktionsschwerpunkt vermehrt auf Verpackungsholz - besonders für extrem lange Sonderverpackungen - oder auf Bauholz ausrichten. Die Mitgliedschaft im Netzwerk Team-Timber, einem Bündnis aus neun mittelständischen Holzverarbeitungsbetrieben im Hochsauerlandkreis, benennt der Unternehmer als weiteren wichtigen Erfolgsfaktor. „Der gegenseitige Informationsaustausch ist ungemein wertvoll. Außerdem können wir gemeinsam viel größere Liefermengen anbieten als der Einzelne alleine“, so die Erfahrung von Christoph Geilen.



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