„Ümme mol wieêr richtig platt te schwatzen“

Züschen..  Die Pflege des „Tüscher Platt“ hat eine lange Tradition. Man muss im Pressearchiv der Borgs Scheune schon weit zurückblättern, um zu der ersten Sprachpflege-Veranstaltung zu gelangen. Schon bald nach der Restaurierung der denkmalgeschützten Scheune hatten sich 1994, wie noch heute, einige Ur-Tüscher um den historischen Tisch, in der Dachstube, geschart, „ümme mol wieêr richtig platt te schwatzen“.

Liebe zur Muttersprache

Dabei wurde allen klar, dass der Fortbestand nur mit der Jugend gelingen konnte. Die Kunde von der plattdeutschen Sprachpflege erreichte schon bald die im Taunus lebende – in Züschen als „Dilgen Hannelore“ bekannte Ur-Züschenerin Hannelore Dolce-Leber. Die Liebe zu ihrem Heimatort und besonders zu ihrer Muttersprache hat den Kontakt mit Züschen nie abreißen lassen. Selbst eine Fremdsprachenkennerin, hat sie die Jugendlichen über viele Jahre für ihre Bereitschaft zur Sprachpflege mit einem finanziellen Anreiz aus ihrem Ersparten unterstützt. Von Krankheit gezeichnet, war sie im letzten Jahr zum letzten Mal in Züschen und hat sich von den Lesekünsten der Schülerinnen und Schülern überzeugen können. Ihr Tod im vergangenen Jahr hat die Züschener Gruppe betroffen gemacht. Zu ihrer Freude aber hat nun ihr Bruder Severin Leber - als Nachlassverwalter – das letzte Anliegen seiner Schwester Hannelore Dolce-Leber, die Unterstützung des Lesewettbewerbs, versprochen fortzusetzen.

Tolle Präsentationen

Einstudiert von „Jaustes Liese“ überzeugten nun neun Jugendliche und Schüler, vor den Augen erfahrener Alter Hasen, mit ihren plattdeutschen Lesevorträgen. Höchste Auszeichnungen erhielten Sarah Oberließen und Benjamin Kräling mit ihrem lustigen Beitrag „et Settken un d´Franz ut deam Schultenhoapp“, die sich nach vielen Jahren fremd geworden waren. Vincent Brieden überzeugte mit seinem Vortrag „Nix Nigges te Heime“. Als drittbester Vortragender brillierte Max Schäfer.