Trend: Erst Ausbildung, dann Studium

Auch die Bundeswehr war im Oversum, um über die Ausbildungsmöglichkeiten zu beraten.
Auch die Bundeswehr war im Oversum, um über die Ausbildungsmöglichkeiten zu beraten.
Foto: Rita Maurer
Was wir bereits wissen
Vor dem Fenster schaukeln Margeriten und Gräser im Wind, dahinter die typisch Sauerländer Bergkulisse im frischen Grün - in so einer Umgebung müsste man arbeiten! Genau dieser spontane Eindruck beim Blick aus dem Messe-Saal ist das Anliegen der 4. Messe „Top-Nachwuchs für Top-Firmen“, die gestern im Oversum stattfand.

Winterberg..  Vor dem Fenster schaukeln Margeriten und Gräser im Wind, dahinter die typisch Sauerländer Bergkulisse im frischen Grün - in so einer Umgebung müsste man arbeiten! Genau dieser spontane Eindruck beim Blick aus dem Messe-Saal ist das Anliegen der 4. Messe „Top-Nachwuchs für Top-Firmen“, die gestern im Oversum stattfand. Schüler, die im nächsten Jahr im Altkreis an einem Gymnasium oder Berufskolleg Abitur machen, treffen direkt auf Firmen aus der Region, die gute Fachkräfte suchen und Karrieremöglichkeiten nach dem Abi oder Studium bieten.

Qualifizierte junge Menschen in der Heimat halten oder nach einem Studium wieder zurückholen und ihnen samt Familien ein gutes, lebenswertes Umfeld zu bieten, das ist angesichts des demografischen Wandels ein wichtiges Zukunftsziel, für das sich alle sechs Städte gemeinsam einsetzen.

Beim Gang durch die Messehalle ist es gar nicht so leicht, jemanden zu finden, der gerade keinen Gesprächspartner hat, egal ob Schüler oder Aussteller. Die unterschiedlichsten Branchen wie Wirtschaft, Technik, Tourismus, Medizin oder Verwaltung sind hier vertreten, viele Jugendliche sind positiv überrascht über die vielseitigen Ausbildungsangebote.

Politik: Pflegeberufe stützen

Bei den Viessmann-Werken aus Allendorf herrscht reger Betrieb. Die kaufmännische Ausbildungsleiterin Edith Edelmann und die dualen Studenten Dominik Krull und Alex Pöllmann hatten in den ersten zwei Stunden bereits gut 70 Jugendliche am Stand. „Diese Messe bereichert uns durch die Kontakte sowohl mit Schülern als auch mit anderen Firmen. Dieses Mal geht der Trend bei uns deutlich dahin, erst eine Ausbildung zu machen und danach zu studieren, die letzten Jahre stand das duale Studium mehr im Fokus“, zieht Edith Edelmann ein vorläufiges Fazit. „Ich begrüße das, denn die Abiturienten sind teilweise noch sehr jung und schaffen sich auf diese Art ein gutes Fundament für ein späteres Studium.“

Das Team von Landal Green Parks punktet bei seinem Angebot eines dualen BWL-Studiums mit dem Schwerpunkt Freizeitwirtschaft gleich doppelt: „Wir können unsere Studenten sowohl in Heimatnähe als auch weiter weg ausbilden, wenn sie das wünschen.“

Viele Firmen, wie z.B. auch HSK Duschkabinenbau aus Olsberg, sind bewusst mit jungen Mitarbeitern vor Ort, um den Schülern die Kontaktaufnahme zu erleichtern.

Nicht ganz so zufrieden sind Andreas Pfläging und Andree Schaub vom Bergkloster Bestwig, die an ihrer Akademie Ergo- und Physiotherapeuten ausbilden: „Viele Jugendliche zeigen großes Interesse, schrecken aber zurück, wenn sie hören, dass es sich um eine vollschulische Ausbildung handelt, die 400 Euro im Monat kostet. Gerade angesichts des Fachkräftemangels im medizinischen Bereich müsste die Politik Verantwortung übernehmen, um diese Ausbildung attraktiver zu machen“, fordert Andreas Pfläging. Wegen der Ausbildungskosten sei es wichtig, die Eltern mit in die Beratungen einzubinden. Diesen Punkt hatte Bürgermeister Dr. Christof Bartsch aus Brilon im vorhergehenden Pressegespräch ebenfalls angeregt.

Trainee-Programme

Auch Mario Polzer vom Josefsheim Bigge ist fast pausenlos im Gespräch. Er berichtet, dass viele Fragen generell in Richtung Studium gehen und das Josefsheim in Kooperation mit der FH Paderborn ein einjähriges Trainee-Programm für Bachelor-Absolventen anbieten kann. Für mehr Information bleibt keine Zeit, denn die nächsten beiden Schüler warten schon. Und die stehen schließlich bei dieser Messe absolut im Vordergrund!