Tourismus-Hochburgen sind zufrieden

Nicht nur als Wanderregion ist das Sauerland beliebt.
Nicht nur als Wanderregion ist das Sauerland beliebt.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das statistische Landesamt hat die aktuellen Gäste- und Übernachtungszahlen ermittelt.

Altkreis..  Die einen haben mehr Gästeankünfte, aber weniger Übernachtungen, die anderen weniger Ankünfte, dafür mehr Übernachtungen. Im Jahresvergleich 2013 zu 2014 des Statistischen Landesamtes IT.NRW zur Beherbergung im Reiseverkehr hat sich der schon in den Quartalszahlen erkennbare Trend in den beiden Tourismus-Hochburgen des Altkreises Brilon, Winterberg und Medebach, bestätigt.

In Winterberg reisten 2014 insgesamt 343 428 Gäste an. Dies sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den Übernachtungen steht unter dem Strich zwar ein Minus von 5,8 Prozent. Allerdings wurde die siebenstellige Marke mit 1,014 Millionen Übernachtungen wie 2013 erneut geknackt. „Dies ist ein super Ergebnis für unsere oft als reiner Wintersportort deklarierte Stadt ohne nennenswerten Winter im vergangenen Jahr. Wir sind damit sehr zufrieden, zeigt uns das Ergebnis doch, dass unser Sommertourismus funktioniert“, so Tourismus-Direktor Michael Beckmann gestern. Die WinterbergCard plus sowie die Infrastruktur seien gute Buchungs-Argumente für Gäste. „Wir haben in den vergangenen Jahren viel in den Sommer investiert. Dies zahlt sich jetzt aus. Und wir werden in den kommenden Jahren noch mehr investieren“, kündigt Beckmann mit Blick auf die Fortschreibung des Tourismus-Konzeptes bis ins Jahr 2025 an. Ziele dabei seien dann unter anderem eine stärkere Markenprofilierung und eine höhere Wertschöpfung pro Gast für die Ferienwelt.

Einen deutlichen Einbruch hat die Hansestadt Medebach im vergangenen Jahr bei den Gästeankünften zu verzeichnen. So kamen mit 124 873 Gästen 26,5 Prozent weniger als noch 2013 nach Medebach. Allerdings blieben die Gäste länger. 755 912 Übernachtungen macht ein Plus von 3,1 Prozent im Vorjahresvergleich.

Tendenz hat sich bestätigt

Diese Tendenz war bereits bei den letzten Quartalszahlen zu erkennen. Damals betonte Bürgermeister Thomas Grosche, dass die Ankünfte eher zweitrangig und die Übernachtungen maßgeblich seien. Demzufolge war er damals zufrieden mit den Zahlen. Auch, weil damit der Schluss naheliegt, dass Medebach mit seinen wetterunabhängigen Angeboten insbesondere im Center Parc punktet. Der neue Geschäftsführer der Medebacher Touristik GmbH, Frank Linnekugel, bestätigt auf Anfrage der WP diese Einschätzung auch für die Zahlen des gesamten Jahres 2014: „Entscheidend ist, dass die Leute länger bleiben und sich bei uns wohlfühlen. Unser Standort-Vorteil sind ganz klar die vom Wetter unabhängigen Angebote.“

Neben Winterberg und Medebach lohnt auch ein Blick nach Marsberg. Dort ist laut IT.NRW nicht nur die Zahl der Gästeankünfte um 42,2 Prozent auf 11 185 gestiegen, die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 87,5 Prozent auf 33 441. So recht erklären kann sich das in Marsberg niemand. Andrea Kümmel, zuständig für den Tourismus im Stadtmarketing, lagen die Zahlen noch nicht vor. Sie berichtet aber, dass im vergangenen Jahr zusätzliche Betriebe in die Statistik aufgenommen worden seien. Ob dies die massive Steigerung ausmacht, bleibt offen.

Anstieg nicht zu erklären

Der Ortsvorsteher der touristisch geprägten Gemeinde Helminghausen am Diemelsee, Bernd Hunold, kann sich einen solchen Anstieg überhaupt nicht vorstellen. Inklusive der Ferienfreizeiten habe er rund 20 000 Übernachtungen auf dem Zettel und eine leichte Steigerung der Übernachtungen in den vergangenen Jahren, mehr aber auch nicht.